Raiffeisen-Mühlenriese LLI knackt Umsatz-Milliarde

20. Februar 2009, 13:35
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Hohe Getreidepreise und Akquisitionen brachten 2008 deutliches Umsatz- und Ergebnisplus - Heuer weniger Umsatz, aber stabiles Ergebnis erwartet

Wien - Das zum Raiffeisen-Konzern zählende internationale Mühlen-Imperium Leipnik-Lundenburger (LLI) - bekannt durch die Mehlmarken "Fini's Feinstes" und "Farina" - hat im abgelaufenen Geschäftsjahr dank hoher Mehlpreise und nach Vollkonsolidierung der Beteiligungen in Rumänien und Bulgarien die Umsatz-Milliarde geknackt. Mit dem für 2010/11 ins Auge gefassten Börsengang hält sich LLI-Vorstand Kurt Miesenböck angesichts der Finanzkrise derzeit aber zurück, wie er am Rande der Bilanzpressekonferenz am Freitag zur APA sagte.

Nach einem Umsatzplus von 47 Prozent auf 1,233 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2007/08 erwartet Miesenböck heuer - nicht zuletzt aufgrund deutlich gesunkener Rohstoffpreise - einen Umsatzrückgang, der jedoch weiterhin "jenseits der 1-Mrd.-Euro-Grenze liegt". Das Ergebnis soll dagegen auf Niveau des Vorjahres liegen, vor allem weil das Mehlgeschäft "nicht sehr konjunkturabhängig" sei.

Im Geschäftsjahr 2007/08 hat die LLI Beteiligungs AG ein Betriebsergebnis (Ebit) von 66,3 Mio. Euro erwirtschaftet, um 25 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das Eigenkapital erreichte 392 Mio. Euro 2007/08, nach 342 Mio. Euro im Vorjahr. Die Eigenkapitalquote lag per Bilanzstichtag 30. September bei 34 Prozent, hat sich durch eine Kapitalerhöhung im Oktober 2008 unterdessen aber auf knapp 50 Prozent erhöht - "um für mögliche Zukäufe gerüstet zu sein", so Miesenböck. Derzeit habe man dahingehend aber keine konkreten Pläne, sondern wolle eher Synergien in den bestehenden Standorten heben, hieß es.

Südosteuropa im Fokus

Wie in den Jahren davor hat der Agrarkonzern auch 2007/08 seine Aktivitäten in Südosteuropa deutlich verstärkt. Sowohl in Rumänien als auch Bulgarien wurden die Anteile an den beteiligten Firmen auf 98 bzw. 97 Prozent erhöht. Zugekauft wurde aber auch in Deutschland (im Saarland) bzw. hat die LLI, wie berichtet, ihren Anteil an der BayWa, dem größten Agrarhändler in Europa, auf 14,8 Prozent aufgestockt.

Im Bereich Mehl und Mühlen hat die LLI durch die Gründung einer eigenen Holding, der LLI Euromills GmbH, in der seit Anfang 2008 alle 29 Mühlen gebündelt sind, im Vorjahr Synergieeffekte gehoben und 1 Mio. Euro eingespart. Für das laufende Geschäftsjahr sei ein Einsparungsvolumen von 5 Mio. Euro vorgesehen, vor allem aufgrund einer nun länderübergreifenden Zusammenarbeit und der Optimierung von Prozessen, ergänzte LLI-Vorstand Christian Teufl.

2007/08 ist der Umsatz im Mühlenbereich um 52 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro gestiegen. Das Ergebnis erhöhte sich um 46 Prozent auf 48,1 Mio. Euro. Die Vermahlungsmenge stieg von 2,8 auf 3 Mio. Tonnen, der Mehlabsatz von 2,2 auf 2,3 Mio. Tonnen.

Im Segment Vending (Heißgetränkeautomaten) habe sich die cafe+co International Holding als Marktführer etabliert. Mit ihren 44.000 Automaten, in denen im Vorjahr 4.000 Tonnen Rohkaffee verarbeitet wurden, verbuchte das Unternehmen einen Umsatz von 123 Mio. Euro, um 15,5 Prozent mehr als im Jahr davor. Das Ebit verbesserte sich von 18,3 auf 20,2 Mio. Euro.

Heuer will cafe+co mit Innovationen punkten und weiterhin Neukunden gewinnen. Die Konjunkturkrise - Kündigungen und Kurzarbeit bei Kunden führten zuletzt bereits zu sinkender Frequenz bei den Kaffeeautomaten - schlage im Vending aber heftiger durch als im Mehlgeschäft, hieß es.

Mittlerweile macht die LLI knapp 90 Prozent des Umsatzes im Ausland. Von den 52 Standorten der LLI-Gruppe befinden sich 42 außerhalb von Österreich. 3.163 der insgesamt 3.656 Mitarbeiter sind im Ausland beschäftigt. Bis auf Deutschland liegt der Marktanteil der LLI bei Mehl in allen Ländern, auch in Österreich, bei rund 30 Prozent, in Deutschland bei etwa 20 Prozent. (APA)

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