Sheridans Höllenritt in der Staatsoper

20. Februar 2009, 09:07
77 Postings

Schon die wenigen Meter vom Auto zum rettenden Eingang in die Oper entpuppten sich als Spießrutenlauf

Hatte sich Nicollette Sheridan bereits am Anfang ihres Wien-Besuches über ein paar wartende Kamerateams und Fotografen vor ihrem Hotel mokiert, so sollte der Gast von Richard Lugner am Donnerstag wirklich erleben, was es heißt, an Seite von "Mörtel" den Opernball zu besuchen. Bereits bei der Ankunft der Limousine wurde die Schauspielerin von den "aggressiven österreichischen Paparazzi" (Sheridan) beinahe zerdrückt. Alles, was ihr noch blieb, war gute Mine zum bösen Spiel zu machen - und abzurauschen, sobald es ihr Vertrag erlaubte.

Schon die wenigen Meter vom Auto zum rettenden Eingang in die Oper entpuppten sich als Spießrutenlauf. Mit blankem Entsetzen im Gesicht versuchte sie, spärlich abgeschirmt von Bodyguards, unbeschadet ihren Weg in die Oper zu finden. Ernste Sorgen machte sich die Schauspielerin auch um ihr beigefarbenes Kleid: "My dress, my dress!", stöhnte sie, als ihr immer wieder Fotografen auf ihren Saum traten. Abgerundet wurde das bizarre Spektakel von einem Zaungast, der mit Lugner-Maske vor dem Gesicht vor Sheridan auf und ab sprang und rief "Ich bins, der Richie".

In der Oper hatte Sheridan eine kurze Verschnaufpause. "Sie ist fix und fertig", berichtete Lugner, stets beschäftigt eindringende Fotografen eigenhändig aus der Loge zu befördern. Sheridan wippte schließlich sogar gut gelaunt zu den Walzerklängen der Eröffnung. Für den Weg zum Mittellogen-Interview forderte der Baumeister dann aber doch lieber Polizeischutz an.

"Dachboden"

Dank der bewaffneten Unterstützung war der Weg vom "Dachboden", wohin Richard Lugner nach eigenen Angaben diesesmal von den Organisatoren hin verbannt worden war, zur Mittelloge verhältnismäßig gesittet. "Gott sei Dank", atmete der Baumeister auf. Im Interview mit dem ORF zeigt sich Sheridan schlagfertig und forderte Alfons Haider zum Tanzen auf. Mit Lugner wollte sie hingegen nicht auf das Tanzparkett. Das Mitleid für Sheridan hielt sich in Grenzen. "Für das Geld kann man schon ein bisschen was aushalten", sagte Jeannine Schiller - ein ehemaliger Logengast der Lugners.

Kurz nach 0.30 Uhr hatte es Sheridan überstanden und fuhr mit ihrer Limousine ins Grand Hotel. "Sie ist very happy", ließ Richard Lugner ausrichten. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    "Desperate Housewife" am Opernball: "My dress, my dress" jammerte sie und machte sich Sorgen um ihr Kleidchen.

Share if you care.