"Wir waren zum Handeln gezwungen"

17. Februar 2009, 12:04
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Trio Altach, Mattersburg, Kapfenberg kämpft gegen den Bundesliga-Abstieg - Zellhofer: Zahlreiche Zugänge kein Vorteil

Wien  - Der SCR Altach geht mit gleich sieben neuen Spielern in die am Freitag mit dem Duell Mattersburg - Ried (19.30 Uhr) beginnende Frühjahrssaison der österreichischen Fußball-Bundesliga. "Es ist immer am besten, wenn ich keinen holen muss, je weniger Spieler eingegliedert werden müssen, umso besser ist es. Aber wir waren zum Handeln gezwungen, so hat es nicht weitergehen können", sieht Altach-Coach Georg Zellhofer durch die Zugänge keinen entscheidenden Vorteil. Im Gegensatz zum Schlusslicht setzen die beiden anderen Abstiegskandidaten Mattersburg und Kapfenberg, die jeweils nur zwei Kicker holten, auf Kontinuität.

Bei den Vorarlbergern wurde mit Goalie-Routinier Josef Schicklgruber, den beiden Tschechen Tomas Jun und Petr Vorisek sowie Markus Kiesenebner, Ousman Sonko Pa, Srdjan Radonjic und Olubayo Ademfemi frisches Blut in die Mannschaft gebracht. "Jeder ist sich unserer Situation bewusst, bemüht und versucht sein Bestmögliches", urteilte Zellhofer. Man habe darauf geschaut charakterlich gute Spieler, auch "Typen, die wir kennen", zu holen.

"Noch keine eingespielte Mannschaft"

Dafür wurden aber auch sieben Kicker, allen voran der Brasilianer Ailton, abgegeben. "Aufgrund der Umstrukturierung haben wir noch keine eingespielte Mannschaft. Das ist sicher ein Nachteil für uns", sagte Zellhofer. Die Vorbereitung sei den Umständen entsprechend - das Türkei-Trainingslager wurde wegen Spielermangels verschoben und danach in Italien ausgetragen - okay verlaufen.

Zum Rückrundenstart dürfen die Zellhofer-Schützlinge, sollte das Wetter mitspielen, gleich zweimal hintereinander - gegen den LASK (Samstag) und die Austria (27. Februar) - in der Cashpoint Arena antreten. "Es ist wichtig, mit einem Heimspiel zu beginnen", freute sich der Altach-Coach. Für die Vorarlberger sei es wichtig die Chance auf den Klassenerhalt bis zum letzten Spieltag am Leben zu halten. Zellhofer rechnet auf jeden Fall mit einem harten Kampf. "Mattersburg hat eine eingespielte Mannschaft, müsste von der Qualität her besser dastehen, und in Kapfenberg ist die Euphorie da", merkte der Ex-Trainer von Rapid und Austria zur Ausgangslage an.

Legionärstausch bei Mattersburg

Die Burgenländer haben in der Übertrittszeit lediglich einen Legionärstausch vorgenommen, die beiden Slowaken Robert Ujcik und Stanislav Velicky ersetzten die Ungarn Csizmadia und Kovrig. "Wenn wir uns die vielen neuen Spieler bei Altach anschauen, kann man nur sagen, dass es eine große Herausforderung für uns ist zu zeigen, dass unser Weg der Richtige ist", brachte es Mattersburg-Trainer Franz Lederer auf den Punkt.

Man versuche den im Herbst verfahrenen Karren mit einem Trainer, der zuletzt keine Erfolge hatte und mit fast den gleichen Spielern aus dem Dreck zu ziehen. "Aber die Vorbereitung ist so verlaufen, wie ich es mir gewünscht habe. Die Spieler haben den Ernst der Lage erkannt", sagte Lederer. "Wir werden anders auftreten als im Herbst und nicht absteigen", fügte der Coach der Burgenländer hinzu. Der 45-Jährige weiß auch, dass sein Job im Frühjahr auf dem Spiel steht. "Wenn die Erfolge ausbleiben, gehen die Diskussionen sofort wieder los, dessen bin ich mir bewusst."

Gregoritsch lobt Neuverpflichtungen

Deutlich gelassener konnte Kapfenberg-Coach Werner Gregoritsch nach einem für den Aufsteiger zufriedenstellenden Herbstdurchgang in der Vorbereitung arbeiten. "Egal ob fünf Punkte Vorsprung oder nicht, wichtig ist es einen guten Start zu haben", betonte der KSV-Trainer. Der 50-Jährige musste nur das von Leoben gekommene Offensiv-Duo Srdjan Pavlov und Deni Alar integrieren. Pavlov stellte mit sieben Toren in vier Spielen bereits seine Torgefährlichkeit unter Beweis. "Er ist ideal bei uns gelandet. Auch Alar hat großes Potenzial", gab Gregoritsch preis.

Nicht nur die beiden Zugänge hätten in der Vorbereitung sehr gut gearbeitet. "Die Mannschaft hat alles erfüllt und wieder einen Schritt nach vorne gemacht", zog der KSV-Coach ein positives Resümee. Von neun Testspielen wurden acht gewonnen, darunter ein 6:0-Kantersieg gegen den zweiten Anzug von Rubin Kasan. "Der Vorbereitung messe ich aber nicht viel bei, was zählt ist die Meisterschaft", stellte Gregoritsch klar.

LASK wohl auf der sicheren Seite

Altach liegt nach 22 Runden und damit 14 Runden vor dem Saisonende punktgleich mit Mattersburg (beide 13) am Tabellenende, die achtplatzierten Kapfenberger (18) haben fünf Punkte mehr auf dem Konto. Der LASK dürfte mit einem Zwölf-Punkte-Vorsprung auf das Schlusslicht nicht mehr in den Abstiegskampf verwickelt werden. Das sieht auch Georg Zellhofer, dessen Team die Linzer zum Auftakt am Samstag in der Cashpoint-Arena zu Gast hat, so. "Es gibt nur die beiden Konkurrenten Mattersburg und Kapfenberg. Der LASK hat sich verstärkt, dazu kommen verletzte Spieler zurück, er gehört in andere Tabellenregionen." Im Lager der Linzer ist das Thema Abstieg aber sehr wohl noch präsent. "Wir wollen uns schnell aller Abstiegssorgen entledigen", betonte LASK-Coach Klaus Lindenberger. Das wäre wohl schon mit einem Dreipunkter im Auftaktspiel der Fall.

Zum ersten direkten Duell des Abstiegskampf-Trios kommt es bereits in der 25. Runde am 6. März zwischen Kapfenberg und Altach. Danach folgen in der 29. Runde Mattersburg - Altach, in der 31. Runde Mattersburg - Kapfenberg sowie in der vorletzten Runde Altach - Kapfenberg. Ob das Trio bereits diese Woche in die neue Saison starten kann ist aber noch nicht klar, zumal sowohl Mattersburg (am Freitag gegen Ried) als auch Kapfenberg (Samstag gegen Kärnten) und Altach (Samstag gegen LASK) über keine Rasenheizung verfügen und die Durchführung der Partien aufgrund der derzeitigen Wetterlage daher noch nicht gesichert ist.(APA)

 

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    "Es ist immer am besten, wenn ich keinen holen muss", meint Altach-Trainer Zellhofer.

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