Unglücksmaschine wurde regelwidrig gesteuert

16. Februar 2009, 09:53
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Pilot des bei Buffalo abgestürzten Flugzeugs benutzte bis zum Schluss Autopilot

Buffalo - Bei dem verheerenden Flugzeugunglück im US-Staat New York ist die Maschine bis zuletzt per Autopilot gesteuert worden. Dies widerspricht normalerweise den Regeln der Luftfahrtbehörde im Falle von schweren Vereisungsproblemen, wie das Nationale Amt für Verkehrssicherheit (NTSB) am Sonntag erklärte. Das Unglück geht allem Anschein nach auf einen Auftriebsverlust infolge vereister Tragflächen zurück.

Die Besatzung hatte offenbar bis zuletzt gegen dieses Problem angekämpft. Darauf deuten mehrere Informationen aus Flugschreiber und Stimmenaufzeichnungen aus dem Cockpit der Maschine vom Typ Bombardier Q400, die am Donnerstagabend zehn Kilometer vor Buffalo in ein Wohnhaus krachte. Alle 49 Insassen kamen ums Leben, in dem Haus wurde ein weiterer Mensch getötet.

Ein NTSB-Sprecher betonte, den Piloten werde immer empfohlen, ihr Flugzeug bei Vereisung manuell zu steuern. Bei massiven Problemen dieser Art gelte dies als Anweisung. Warum sich der Pilot der Unglücksmaschine offenbar nicht daran gehalten habe, müsse noch herausgefunden werden. Der Flugkapitän hatte kurz vor dem Absturz eine "bedeutsame" Vereisung der Tragflächen gemeldet.

Bis Sonntagabend wurden aus dem ausgebrannten Wrack 15 Leichen geborgen. Die Rettungskräfte wollten die Bergungsarbeiten so schnell wie möglich abschließen, weil für kommenden Mittwoch ein Schneesturm vorhergesagt wurde. Das für 74 Passagiere ausgelegte Flugzeug der Fluggesellschaft Colgan Air flog im Auftrag der Continental Airlines von Newark in New Jersey nach Buffalo. An Bord waren 45 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder. (APA/AP/dpa)

 

 

 

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