Einar hat doch gewonnen

15. Februar 2009, 17:56
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Björndalen Weltmeister in der Verfolgung - Berufung gegen ursprünglich verhängte Strafminute erfolgreich - Österreicher am Wind gescheitert

Pyeongchang - Ole Einar Björndalen ist doch zwölffacher Biathlon-Weltmeister. Der 35-jährige Norweger wurde am späten Sonntagabend (Ortszeit) im WM-Chaos in Pyeongchang endgültig zum Weltmeister in der Verfolgung erklärt. Die Berufungsjury des Weltverbandes IBU nahm eine ursprüngliche ausgesprochene Strafminute wegen Verlassens der Strecke gegen den Sieger sowie zehn weitere Athleten nach Protest mehrerer Verbände zurück.

Björndalen hatte ebenso wie sein Landsmann Lars Berger und zehn weitere Athleten, darunter der Österreicher Dominik Landertinger, wegen einer undeutlichen Markierung die Strecke verlassen. Daher hatte die Rennleitung ursprünglich den zweitplatzierten Russen Maxim Tschudow zum Sieger erklärt - ein vom norwegischen Team angeführter Gegenprotest war die logische Folge. Diesem hatte sich unter anderem auch Österreich angeschlossen.

Die Berufungsjury traf daraufhin eine Entscheidung im Sinne des Sports. "Durch die Abweichung von der Wettkampfstrecke war kein Zeitvorteil vorhanden", erklärte Gottlieb Taschler, der Vizepräsident des Weltverbandes IBU.

Mangelhafte Markierung

Davor hatte das Trio den gesamten Wettkampf auf Basis der Fernsehbilder rekonstruiert. "Die Strecke war zudem mangelhaft ausgewiesen", ergänzte Taschler, der keine weiteren Einsprüche erwartet. Gleiches hatte auch Björndalen als Grund für seinen Irrlauf angeführt. "Der Beste sollte gewinnen", hatte der Norweger im Ziel zu Protokoll gegeben.

Unmittelbar danach wurde im Kabinengang aber erneut heftig diskutiert. Tschudow wurde herumgereicht, nachdem sein Team die Wertung des Rennens angefochten hatte. Der Kurzzeit-Weltmeister wusste aber selbst nicht, wie ihm geschah. "Das ist eine schwierige Situation. Ich weiß nicht, wer den Fehler gemacht hat - die Organisation oder die Sportler", sagte der 26-Jährige, der sich vor dem Norweger Alexander Os mit Silber begnügen musste.

Auf der Strecke war Tschudow gegen Björndalen chancenlos gewesen. 41,7 Sekunden fehlten dem Russen, der nach dem Sprint als Fünfter bester Nicht-Norweger gewesen war, nach 12,5 Kilometern auf den König der Biathleten.

Eder auf Platz 14

Das Rennen war von schwierigen Windbedingungen an der Grenze zur Irregularität geprägt worden. Björndalen leistete sich vier Fehlschüsse, siegte dennoch ungefährdet. Kein einziger der 58 angetretenen Athleten war mit weniger als zwei Strafrunden davongekommen. Als bester Österreicher belegte Simon Eder Rang 14.

Ihm hatte der Wind nicht nur auf dem Schießstand Probleme bereitet. Der Saalfeldner verlor durch die zusätzliche Kälte zudem das Gefühl in den Fingern. "Dadurch habe ich sehr langsam schießen müssen", sagte der Saalfeldner, sonst der schnellste Schütze im Feld.

ERGEBNIS - Männer, 12,5 km Verfolgung: 1. Ole Einar Björndalen (NOR) 31:46,7 Min./4 Schießfehler=Strafrunden - 2. Maxim Tschudow (RUS) +41,7 Sek./3 - 3. Alexander Os (NOR) 52,8/3 - 4. Tomasz Sikora (POL) 1:33,4 Min./3 - 5. Lars Berger (NOR) 1:52,9/8 - 6. Halvard Hanevold (NOR) 2:06,9/5 - 7. Andrej Derysemlija (UKR) 2:09,8/4 - 8. Martin Fourcade (FRA) 2:20,9/4 - 9. Michael Rösch (GER) 2:29,2/4 - 10. Simon Fourcade (FRA) 2:31,7/6. Weiter: 14. Simon Eder (AUT) 3:11,9/6 - 24. Daniel Mesotitsch (AUT) 4:23,4/6 - 34. Dominik Landertinger (AUT) 4:57,4/10

Weltcup-Gesamtwertung (nach 16 von 26 Bewerben): 1. Sikora 626 Punkte - 2. Björndalen 570 - 3. Emil Hegle Svendsen (NOR) 570 - 4. Tschudow 542 - 5. Michael Greis (GER) 473 - 6. Carl-Johan Bergman (SWE) 463 - 7. Os 451 - 8. Björn Ferry (SWE) 442 - 9. Christoph Sumann (AUT) 425 - 10. Iwan Tscheresow (RUS) 417. Weiter: 13. Mesotitsch 353 - 15. Landertinger 293 - 23. Eder 226 - 26. Friedrich Pinter (AUT) 185 - 31. Tobias Eberhard (AUT) 167 - 80. Julian Eberhard 18

Verfolgung (5/7): 1. Björndalen 228 (2 Siege) - 2. Sikora 228 (1 Sieg) - 3. Svendsen 210 - 4. Greis 172 - 5. Tschudow 157 - 6. Ferry 148. Weiter: 14. Sumann 105 - 15. Eder 104 - 17. Landertinger 99 - 19. Mesotitsch 91 - 37. T. Eberhard 40 - 39. Pinter 37

 

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Maxim Tschudow: Bin ich vorn?

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