Zwei Anschläge nach Terrorserie in Kabul

13. Februar 2009, 12:55
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Selbstmordattentate im Südosten und Südwesten des Landes: Mindestens zwei Angehörige der afghanischen Sicherheitskräfte getötet

Kabul - Einen Tag nach der Terrorserie von Kabul sind bei Selbstmordanschlägen im Südosten und Südwesten Afghanistans mindestens zwei Angehörige der afghanischen Sicherheitskräfte getötet worden. Das Innenministerium teilte mit, in Shrena, der Hauptstadt der südostafghanischen Provinz Paktika, habe ein Selbstmordattentäter das Provinz-Hauptquartier der Polizei angegriffen. Dabei seien ein Polizist getötet und zehn weitere verletzt worden. In der südwestafghanischen Provinz Nimroz wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums bei einem Selbstmordanschlag auf einen Armeekonvoi ein Soldat getötet und ein weiterer verletzt.

Terrorserie in Kabul

Am Mittwoch hatten Taliban-Selbstmordkommandos in der Hauptstadt Kabul drei Regierungsgebäude angegriffen. Mindestens 26 Menschen wurden nach Regierungsangaben getötet, mehr als 50 weitere wurden verletzt. Sicherheitskräfte erschossen acht Angreifer. In einer Mitteilung auf der Homepage der Taliban hieß es am Donnerstag, die Angriffe seien von Taliban-Chef Mullah Omar persönlich angeordnet worden. Mit ihnen solle die Hinrichtung von Aufständischen in afghanischen Gefängnissen im vergangenen Jahr gerächt werden.

Holbrooke in Kabul

Am Donnerstag war die Ankunft des neuen US-Sondergesandten Richard Holbrooke in Kabul geplant. Schneefall behinderte dort allerdings den Flugverkehr. Die US-Botschaften in Kabul und Islamabad äußerten sich aus Sicherheitsgründen nicht zu Holbrookes Reiseplänen, der seinen Pakistan-Besuch am Donnerstag eigentlich beenden wollte. Am Donnerstag in der Früh war Holbrooke in der ostpakistanischen Stadt Lahore mit dem Oppositionspolitiker Nawaz Sharif von der Pakistanischen Muslim-Liga (Nawaz) zusammengetroffen.

Die afghanische Regierung verschärfte nach der Terrorserie vom Mittwoch die Sicherheitsvorkehrungen in der Hauptstadt. Die Präsenz von Polizisten auf der Straße wurde verstärkt, neue Kontrollposten wurden errichtet. Am Donnerstag waren Hunderte Polizisten, Soldaten und Geheimdienstmitarbeiter in der Stadt zu sehen. Innenminister Mohamad Hanif Atmar hatte nach der Terrorserie gesagt, die Aufständischen seien immer noch dazu in der Lage, Waffen und Sprengstoff in die Hauptstadt zu bringen. (APA)

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