Wienerberger-Ergebnis sackt ab

12. Februar 2009, 08:15
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Konzernumsatz minus zwei Prozent - Rückgänge im vierten Quartal deutlich höher - Dividende 2008 fällt spärlicher aus

Wien - Der börsenotierte Baustoffkonzern Wienerberger AG hat im vergangenen Jahr einen um zwei Prozent niedrigeren Umsatz auf Höhe von 2,4 Mrd. Euro gemacht. Das um Restrukturierungskosten bereinigte operative Betriebsergebnis (Ebit) fiel nach vorläufigen Zahlen um 32 Prozent, meldete das Unternehmen am Donnerstagvormittag. Das unbereinigte Ebit ging damit um mehr als die Hälfte zurück. Die Wienerberger wird für das vergangene Jahr eine Dividende zahlen, die Ausschüttung wir allerdings "deutlich unter der des Vorjahres" (1,45 Euro) ausfallen, hieß es.

Einen Ergebnis-Ausblick für 2009 gab es zunächst keinen. Allerdings wies das Unternehmen in seiner Aussendung auf das weiter "schwierige Marktumfeld", eine zu erwartende "Verschlechterung der makroökonomischen Rahmenbedingungen" und "anhaltende Anpassungen der Kapazitäten" hin. "Fast täglich revidierte Wirtschaftsprognosen machen deutlich, dass der Boden der Krise noch nicht erreicht wurde", erklärte Konzernchef Wolfgang Reithofer. "Wir erachten den Erhalt der Liquidität sowie unserer gesunden finanziellen Basis weiterhin als wichtigste Aufgabe."

Der Konzernumsatz sank im vierten Quartal mit einem Minus von 14 Prozent auf 504,4 Mio. Euro deutlich stärker als die Gesamtjahresergebnisse. Das Quartals-Ebit brach gar um 60 Prozent auf 27,4 Mio. Euro ein.

Belastungen

Bei den Gesamtjahreszahlen fiel das unbereinigte "operative" Ergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) um 20 Prozent auf 440,1 Mio. Euro und das operative Ebit um 32 Prozent auf auf 239,8 Mio. Euro.

Von diesen Zahlen müssen noch außerordentliche Belastungen aus Restrukturierungen in Höhe von 55 Mio. Euro, Firmenwertabschreibungen von 16,7 Mio. Euro vornehmlich aus Großbritannien sowie eine Rückstellung in der Höhe von 10 Mio. Euro in Folge eines nicht rechtskräftigen Bußgeldbescheides abgezogen werden. Damit liegen die Gewinnzahlen schlechter als Analysten im Schnitt prognostiziert hatten. Der Umsatzrückgang wurde zu 4 Prozent durch einen Mengenrückgang und zu 4 Prozent durch Preiserhöhungen beeinflusst.

Wienerberger hat seit dem Sommer 2008 insgesamt 27 Werke außer Betrieb genommen und 11 Produktionslinien temporär stillgelegt. Zusätzlich wurden im Rahmen eines Kostensenkungsprogramms die Verwaltungs- und Vertriebskosten der Gruppe reduziert. Die Kosten dafür beliefen sich auf insgesamt 55 Mio. Euro, davon 33 Mio. Euro ausgabenwirksam und 22 Mio. Euro an Sonderabschreibungen.

Düsterer Ausblick

Wienerberger hat außerdem einen pessimistischen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr gegeben.  Reithofer sagte, er erwarte für 2009 einen Umsatzrückgang von "plus/minus 10 Prozent, vielleicht ein bisschen mehr". Die Fabriksschließungen werden heuer in fast unvermindertem Ausgang weitergehen, 2008 waren weltweit 27 ältere Produktionsstätten geschlossen worden.

Genauere Aussagen zur verringerten Dividende sowie zum erwarteten Geschäftsgang ab der Frühjahrssaison wollte Reithofer keine machen.

Die Fabriksschließungen verursachten 2008 Restrukturierungskosten von rund 55 Mio. Euro, die auch heuer in dieser Größenordnung erreicht werden könnten, sagte Reithofer. Der Konzern hat im vergangenen Jahr etwa 2.000 Mitarbeiter abgebaut, 19 davon in Österreich. (APA)

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