SCS von Krise bisher verschont

11. Februar 2009, 13:30
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Wien - Seit der Übernahme der Shopping City Süd (SCS) durch Europas größten Immobilienkonzern Unibail-Rodamco im Mai 2008 und dem mit Markus Pichler neu besetzen Management weht frischer Wind durch die mittlerweile in die Jahre gekommenen Gänge von Österreichs größtem Shopping-Tempel. 2011 soll nun ein groß angelegter Umbau starten und die SCS wieder modern und zeitgemäß machen. Von einer Konjunkturkrise spürt man noch nichts - "Betonung auf noch", sagte Pichler. 2008 sei die Gewinnsteigerung in Österreich sogar noch über dem Konzerndurchschnitt gelegen. Auch Zukäufe seien möglich.

"Wir haben die SCS nicht gekauft, um den Status quo zu erhalten", betonte der neue SCS-Chef, der als Managing Director Austria für Unibail-Rodamco auch für das Donauzentrum (DZ) und den Südpark in Klagenfurt verantwortlich zeichnet, am Mittwoch im Gespräch mit der APA. Die SCS sei mit einem Kaufpreis von rund 600 Mio. Euro schließlich die größte Einzelinvestition des Konzerns gewesen und habe dazu geführt, dass Österreich seit Jahresbeginn neben Frankreich, Skandinavien, den Niederlanden, Spanien und CEE als eigene Region in der Gruppe geführt werde.

Nach dem bereits laufenden Ausbau des Donauzentrums, in den innerhalb von eineinhalb Jahren 150 Mio. Euro investiert werden, steht nun auch der SCS ein Faceliftig bevor. Derzeit werde ein "Masterplan" ausgearbeitet, was mit der Shopping Mall südlich von Wien passieren soll, sagte Pichler. Daher sei auch das Investitionsvolumen noch offen. Es werde aber sicherlich nicht unter jenem des DZ liegen. Die Kassen im Konzern seien jedenfalls mit 2,5 Mrd. Euro an gesicherten Kreditlinien nach wie vor gut gefüllt.

"Charme hätte auch, dass Österreich-Portfolio weiter auszubauen", deutete Pichler mögliche weitere Zukäufe an. Das Jahr 2009 werde für die gesamte Branche schwierig werden und es könnte sein, dass sich nun die Spreu vom Weizen trenne. "Größe hat aber gerade in Zeiten wie diesen Vorteile", so der Center-Manager. So gebe es zur Absicherung zum einen langfristige Mietverträge, zum anderen schätzten internationale Konzerne gerade in schwierigen Zeiten einen starken internationalen Partner.

2008 sei für die SCS ein "gutes Jahr" gewesen. Während das erste Halbjahr "nicht ganz so stark" gewesen sei, habe sich der Wachstumstrend im zweiten Halbjahr verbessert und vor allem in den letzten vier Monaten des Jahres "mit einer 3 vor dem Komma" noch weiter verstärkt, so Pichler. Auch die Frequenz sei mit 25 Millionen stabil gewesen.

Mit den Öffnungszeiten von Montag bis Samstag zeigte sich der Österreich-Chef von Unibail-Rodamco grundsätzlich zufrieden, eine Öffnung der Geschäfte am Sonntag sollte aber doch zumindest "getestet" werden. Einen Einzelvorstoß wolle er, Pichler, aber nicht unternehmen - für eine Sonntagsöffnung sei ein "breiter, gesellschaftspolitischer Konsens" nötig. Fakt sei, dass eine Sonntagsöffnung seiner Meinung nach positive Impulse für die Arbeitsmarktsituation hätte und zu mehr Umsatz führen würde.

Neuer Manager

Der neue Manager der Österreich-Tochter des französisch-niederländischen Immobilienriesen Unibail-Rodamco, Markus Pichler (40), hat mit 1. Oktober seine Position in Wien angetreten. Er ist damit für die größten Einkaufszentren in Österreich - SCS, DZ und Südpark - verantwortlich. Pichler war bisher für Procter & Gamble, McDonald's Deutschland und für Red Bull tätig, wo er für den Markenaufbau in den USA verantwortlich zeichnete.

Unibail-Rodamco ist mit einem Immobilien-Portfolio von 24,6 Mrd. Euro (per 31. Dezember 2008) Europas größte börsennotierte Immobilieninvestment und -Managementgesellschaft und in Österreich Eigentümer der Shopping City Süd, des Wiener Donauzentrums (90 Prozent) und des Südparks in Klagenfurt (50 Prozent). Der Konzern ist auf den drei Standbeinen Einkaufszentren, Bürogebäude und Messen aufgebaut, wobei der strategische Fokus auf Einkaufszentren liege, so Pichler.

Unibail-Rodamco besitzt 100 Shopping-Center in 14 Ländern, 30 davon alleine in Frankreich, und ist an der Messe Paris mit 50 Prozent beteiligt. Von den sieben besucherstärksten Einkaufszentren in Europa gehören fünf Unibail-Rodamco. Als Vorteil, vor allem in Osteuropa, habe sich zuletzt die Tatsache erwiesen, dass Unibail-Rodamco nicht Immobilienentwickler, sondern nur Immobilienbetreiber sei. Zudem sei der Konzern in eher stabileren CEE-Ländern wie Tschechien und Polen, und nicht in "schwierigen Ländern" wie der Ukraine tätig. (APA)

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