Heesters legt im Gerichtsstreit um KZ-Auftritt Berufung ein

10. Februar 2009, 16:20
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Der 105-Jährige sei nicht 1941 im Konzentrationslager Dachau aufgetreten

Berlin - Der Schauspieler Johannes Heesters will im Gerichtsstreit um einen angeblichen KZ-Auftritt in Dachau Berufung gegen ein Urteil des Berliner Landgerichts einlegen. Das teilte sein Anwaltsbüro am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur dpa mit und bestätigte damit einen Bericht der "Berliner Zeitung" (BLZ). Heesters war in dem Urteil mit seiner Klage unterlegen, den Berliner Kabarettautor Volker Kühn entsprechende Behauptungen untersagen zu lassen. Auf seiner Internetseite betonte der 105-jährige Schauspieler, es sei ihm "ein tiefes persönliches Bedürfnis, gegen diese unwahren Behauptungen vorzugehen".

Er bestreite "bis zum heutigen Tage", betonte Heesters, "vor der SS-Wachmannschaft zu deren Unterhaltung gesungen" zu haben. "Ich habe dort nicht gesungen ... Es hat keinen Auftritt von mir in Dachau gegeben." Die von Kühn angeführte "äußerst fragwürdige Zeugenaussage", auf die sich die Urteilsbegründung stütze, könne "definitiv nicht stimmen und beruht vielleicht auf einer falschen Erinnerung", meint der Schauspieler.

"Obwohl es also meiner Meinung nach bis zum heutigen Tag keinen einzigen stichhaltigen Beweis dafür gibt, dass ich an diesem Tag in Dachau aufgetreten bin, dürfte Herr Kühn nach diesem Urteil - sollte es nicht aufgehoben werden - weiterhin behaupten, dass ich dort vor der SS aufgetreten sei. Hiergegen kämpfe ich weiter."

Das Berliner Landgericht hatte erklärt, es sei nicht zu klären gewesen, ob Heesters 1941 tatsächlich vor den SS-Wachmannschaften auftrat. Es gebe aber Anhaltspunkte dafür. Man könne Kühn keinen Vorwurf machen, dass er die Indizien für einen Auftritt Heesters in dieser Weise bewerte. Die Faktenlage lasse es zu. (APA/dpa)

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    Johannes Heesters bei einem Besuch im Konzentrationslager Dachau im Jahr 1941 - Einen Auftritt bestreitet der 105-jährige Sänger aber

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