Hausmeister von falscher "Klimt-Erbin" um 27.000 Euro erleichtert

6. Februar 2009, 14:18
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Frau hatte vorgegeben, ein Grundstück des Klimt-Neffen zu erben

Eine 70-jährige Wienerin hatte sich am Freitag wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs im Straflandesgericht zu verantworten, weil sie einem Hausmeisterpaar 27.000 Euro herausgelockt hatte. Die mehrfach einschlägig Vorbestrafte betonte vor dem Schöffensenat (Vorsitz: Brigitte Zeilinger), diesmal völlig schuldlos zu sein: Sie habe von einem Neffen Gustav Klimts ein Grundstück geerbt, um an dieses heranzukommen, habe sie Bargeld benötigt.

Der Anwalt der resoluten Frau legte ein Testament und die Korrespondenz zwischen den österreichischen und dem tschechischen Außenamt vor, die den rechtmäßigen Anspruch der Angeklagten auf die Liegenschaft in der tschechischen Republik belegen sollten.

"Ich war viele Jahre die Haushälterin des Neffen vom Klimt! Ich bin jeden Tag staubsaugen gegangen!", versicherte die 70-Jährige. Die Kosten des Rechtsstreits hätten ihre Pension bei weitem überstiegen, also habe sie sich bei den "Putzmeistern" in ihrem Haus mehrere Darlehen genommen, die sie selbstverständlich zurückzahlen werde, sobald sie sich das Grundstück einverleibt habe.

Geld geliehen

Die Schilderung des Hausmeisters klang allerdings ein wenig anders: Die Frau habe ihn eines Tages gebeten, ihr die Vorhänge aufzuhängen. Dabei habe sie ihn um 300 Euro gebeten, weil sie gestürzt sei, sich am Bein verletzt habe und nun nicht auf die Bank gehen könne.

Als er ihr das Geld gab, habe die 70-Jährige sich immer mehr Geld geliehen, wobei sie Arztbesuche und die unerschwinglichen Heizkosten ins Treffen führte. Schließlich habe sie auch eine Erbschaft erwähnt, die sie reich machen werde, berichtete der 62-jährige Mann im Zeugenstand, der am Ende sogar einen Kredit aufnahm, um die allein stehende Frau, die ihm leidtat, weiter unterstützen zu können.

Die Verhandlung wurde zur Ladung weiterer Zeugen und Prüfung der vorgelegten Unterlagen auf unbestimmte Zeit vertagt. (APA)

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