Proteste und Streiks gegen Hochschulreform

5. Februar 2009, 11:35
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Kundgebungen in Paris und zahlreichen Universitätsstädten - Präsident will Unabhängigkeit der Universitäten anheben und Öffnung zur Privatwirtschaft fördern

Paris - In Frankreich wird am Donnerstag landesweit mobil gemacht, um gegen die geplante Hochschulreform der konservativen Regierung von Präsident Sarkozy zu protestieren. Insgesamt stehen in Paris und zahlreichen Provinzstädten etwa zwei Dutzend Demonstrationen auf der Tagesordnung. In der Seine-Metropole ist mit Beginn um 14.30 Uhr eine Kundgebung vor der Universität Jussieu geplant, die bis vor das Hochschulministerium im fünften Stadtbezirk führen soll.

Weitere Kundgebungen sind nach Angaben der führenden Hohschulgewerkschaft SNESUP-FSU unter anderem in Straßburg, Lille, Lyon, Toulouse, Montpellier, Dijon und Nantes geplant. In Straßburg versammeln sich die Protestteilnehmer angesichts eines Besuchs der Hochschulministerin Valerie Pecresse (UMP) vor dem Universitätsgebäude. Der Protestbewegung haben sich auch die Gewerkschaften CGT, CFDT, FO und Solidaires sowie die Studentenvereinigung UNEF angeschlossen. Eine nationale Großkundgebung ist am 10. Februar in Paris geplant.

Öffnung zur Privatwirtschaft

Von Ausständen betroffen sind nach Angaben des Hochschulministeriums etwa ein Dutzend Universitäten im ganzen Lande. Der Streik äußert sich nach den Angaben insbesondere durch eine Verzögerung bei der Bekanntgabe der Prüfungsnoten. Verzögerungen wurden demnach insbesondere von der Rechtsfakultät in Toulouse, der geisteswissenschaftlichen Fakultät in Orleans und der Universität Paris-III gemeldet. Mittwochabend beteiligten sich rund 100 Hochschulforscher vor dem Ministerium in Paris an einer Protestkundgebung.

Präsident Sarkozy hat einen Reformplan in die Wege geleitet, der die Unabhängigkeit der Universitäten anheben und deren Öffnung zur Privatwirtschaft fördern soll. Während sich die Rektorate mehrheitlich zufrieden mit dem Projekt zeigten, kam es bei Studenten und Professoren zu Protesten. "Der Plan darf nicht ein Mittel werden, um ein Konkurrenzsystem in den Hochschulen einzuführen", sagte die Studentengewerkschaft UNEF. (APA)

 

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    Campus de Jussieu im 5. Arrondissement in Paris. 

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