Gowi in Konkurs geschlittert

4. Februar 2009, 15:13
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Die Grazer Spielwarenerzeugung Gowi ist insolvent, den Gläubigern soll ein Zwangsausgleich angeboten werden

Den beiden Kreditschützern Alpenländischer Kreditorenverband (AKV) und Kreditschutzverband von 1870 (KSV) zufolge musste das Unternehmen am Mittwoch beim Grazer Handelsgericht Konkurs anmelden. Davon betroffen sind 37 Dienstnehmer und über 100 Gläubiger. Zum Masseverwalter wurde Norbert Scherbaum bestellt. Die Höhe der Aktiva belaufen sich auf rund 2,1 Mio., die Höhe der Passiva auf etwas über drei Mio. Euro.

Firmenzweck des seit 50 Jahren in verschiedenen Rechtsformen bestehenden Unternehmens war die Erzeugung und der Vertrieb von Metall- und Spielwaren aus Kunststoff. Weiters werden auch die dazu notwendigen Werkzeuge und Vorrichtungen hergestellt. Geschäftsführerin ist Elisabeth Schuster, Alleingesellschafterin ist die Georg Schuster Beteiligungs GmbH. Das Familienunternehmen hat neun Angestellte und 28 Arbeiter, die Warenproduktion erfolgte bis 2005 ausschließlich in Graz.

Konkurrenzdruck

Da bereits Ende der 90-iger Jahre Konkurrenzunternehmen ihre Herstellung aufgrund der dort günstigeren Lohn- und Produktionskosten ins Ausland verlagert hatten, entschied man sich im Jahre 2004/2005 - vor allem hinsichtlich der Produktion komplizierter Produkte - ebenfalls zu diesem Schritt und fertigte in der Slowakei und China und nur noch zum Teil in Graz. 2008 verschlechterte sich die wirtschaftliche Situation, die Preise der Materialien für die Herstellung erhöhten sich deutlich. Wegen des zunehmenden Konkurrenzdruckes vor allem durch Großunternehmen konnte dies aber nicht an die Kunden weitergegeben werden. Neben Verlusten im Exportgeschäfte durch den 2008 stark schwankenden Dollar-Euro-Wechselkurs kam hinzu, dass ab Ende 2008 zurückhaltendes Bestellverhalten der Kunden erhebliche Umsatzeinbrüche auslöste.

Versuche einer Übernahme und Umschuldung bzw. Fortführung im konsolidierten Rahmen blieben erfolglos, so dass man die Zahlungsunfähigkeit eingestehen musste. Zu den Aktiva ist laut AKV anzumerken, dass die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aufgrund eines Globalzessionsvertrages aus dem Jahre 1997 abgetreten sind. Die Höhe der Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern liegt unter anderem im Bestehen offener Abfertigungszahlungen begründet. Das Unternehmen soll vorerst fortgeführt werden, um die Halbfertigwaren fertigzustellen und abverkaufen zu können. Der Erwerber des "chinesischen" Anlagevermögens soll zudem bereits Interesse am Erwerb des restlichen Anlagevermögens sowie der Marke "Gowi" bekundet haben. Den Gläubigern soll ein Zwangsausgleich angeboten werden. (APA)

 

 

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