Noch mehr Warnstreiks im öffentlichen Dienst

4. Februar 2009, 14:54
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Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes haben Lehrer und andere Landesbedienstete am Mittwoch ihre Warnstreiks fortgesetzt

Leipzig - Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes haben angestellte Lehrer und andere Landesbedienstete am Mittwoch ihre Warnstreiks fortgesetzt. In Sachsen blieben erneut zahlreiche Schulen geschlossen, wie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Leipzig mitteilte. Bei den Aktionen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi lagen Schwerpunkte in Bochum sowie im saarländischen Homburg, wo Mitarbeiter der Uniklinik protestierten.

In Bochum traten Beschäftigte von Universität und Hochschule, Justizbehörden und Stadtverwaltung vorübergehend in den Ausstand. An einer Kundgebung nahmen nach Verdi-Angaben rund 550 Menschen teil. In Duisburg verzeichnete ein Warnstreik von Beschäftigten der Stadt und der Feuerwehr den Angaben zufolge rund 200 Teilnehmer. Weitere Aktionen gab es in Herne sowie im Münsterland.

Im sächsischen Zwickau beteiligten sich am Morgen nach Gewerkschaftsangaben rund 500 Menschen an einer Kundgebung. Rund hundert Angestellte des dortigen Landesamts für Straßenbau und der Talsperrenverwaltung seien vorübergehend im Ausstand gewesen, sagte ein Verdi-Sprecher in Leipzig.

Am Uniklinikum Homburg kamen am Nachmittag laut Verdi rund 500 Beschäftigte zu einer Protestversammlung, die auch zur Vorbereitung von Warnstreiks diente. In der letzten Ländertarifrunde 2006 hatten der Gewerkschaft zufolge mehr als tausend Mitarbeiter der Uniklinik mehr als drei Monate lang gestreikt.

Auch zahlreiche angestellte Lehrer, vor allem in Sachsen, traten erneut in den Ausstand. Im Raum Leipzig, Chemnitz und Dresden seien rund hundert Schulen geschlossen geblieben, sagte ein GEW-Sprecher. Schwerpunkt der Aktionen war demnach neben Chemnitz die Region Ostsachsen mit Kundgebungen unter anderem in Görlitz und Hoyerswerda, insgesamt hätten sich rund 10.000 Beschäftigte von 600 Schulen beteiligt. Auch an mehreren Schulen im Südwesten Schleswig-Holsteins machten Lehrer laut GEW-Landesgeschäftsführer Bernd Schauer mit ihrer Beteiligung an den Protesten deutlich, dass ein Verzicht auf Einkommensverbesserungen für sie nicht in Frage komme.

Die Gewerkschaften verlangen für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst ebenso wie für die Beamten in den Bundesländern acht Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 200 Euro mehr im Monat. Die Länder haben bislang kein eigenes Tarifangebot vorgelegt. Die Verhandlungen sollen am 14. und 15. Februar in die dritte Runde gehen.(APA)

 

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