Kraftstoffsparen in neuem Licht

29. Jänner 2009, 20:11
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Die technischen Möglichkeiten, die Fahrbahn bedarfsgerecht auszuleuchten, ohne zu blenden, werden immer vielfältiger. Gleichzeitig besteht sogar ein hohes Potenzial zur Reduktion des Energieverbrauchs

Wer erinnert sich noch an die sogenannten Biluxlampen, jene schmächtigen Funserln aus der Zeit, als Halogenlampen noch als echte Hightech-Lösung galten? Im Vergleich zu heute tasteten sich die Autos damals geradezu durch die Finsternis. Das Einzige, das die antiken Scheinwerfer genauso konnten wie die heutigen: blenden, wenn sie verstellt waren. Mittlerweile wird schon ein hübscher Anteil der Autos mit Xenon-Scheinwerfern verkauft, und erste Autos mit Scheinwerfern in LED-Technik gibt es auch bereits, etwa den Audi R8 oder den Lexus 600h.

Die Palette des Angebots ist breit, ebenso die Preisspanne: Das billigste und am meisten verbreitete Scheinwerfersystem ist noch immer die Halogenlampe, in der ein Wolframfaden leuchtet, umgeben von einer Gas-Mischung (Stickstoff, Argon, Krypton, Xenon, versetzt mit den Halogenen Brom oder Jod, um den Verdampfungsprozess des Wolframs abzufangen). Besser in der Lichtausbeute und zusehends beliebter, aber auch deutlich teurer, ist Xenonlicht, also die Gasentladungslampe, wo zwischen zwei Wolframpolen ein Lichtbogen leuchtet, eingebettet in das Edelgas Xenon. Bei LED-Scheinwerfern werden lichtemittierende Dioden zu Paketen gebündelt. Dieses Licht wird dann mittels Linsen und Reflektoren auf die Straße projiziert. LED-Technik in Scheinwerfern ist sehr teuer und wird in absehbarer Zeit nicht aus dem Luxussegment nach unten rutschen.

Halogenscheinwerfer werden aufgrund ihrer Ausgereiftheit und des sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnisses weiterhin einen hohen Marktanteil halten. Die nächsten Fortschritte aber werden überwiegend auf Basis der Xenon-Technik stattfinden, nämlich als adaptive Scheinwerfer, die für verschiedene Beleuchtungsszenarien das jeweils richtige Licht liefern. Da gibt es die unterschiedlichsten technischen Ansätze. Das bekannte Bi-Xenon-Licht mit üblichem Abblend- und Fernlicht kann etwa um die Funktion Autobahnlicht erweitert werden (Tri-Xenon). Opel bietet im neuen Insignia mittels Walzenverstellung gar neun Funktionen seines Xenonlichts an (Schlechtwetter-, Stadt-, Spielstraßen-, Landstraßen-, Autobahn-, Abbiege-, Kurven-, Fernlicht plus Fernlicht-Assistent). Das bedeutet eine äußerst flexible Ausleuchtung der Fahrbahn, etwa 70 Meter Leuchtweite zwischen 50 und 100 km/h. Damit es bei so vielen Lichtspielen sicher zu keiner Blendung des Gegenverkehrs kommt, regelt der Fernlicht-Assistent automatisch auf Abblendlicht zurück, wenn ein Auto vorne auftaucht oder entgegenkommt. Als diesbezüglicher Sensor dient eine Kamera.

Eine breitere Verwendung wird die LED-Technik als Tagfahrlicht finden, das die EU ja ab 2011 generell bei Neuwagen einführen will. Weiters findet man LED-Leuchten bereits häufig als Bremslichter. (Rudolf Skarics, DER STANDARD, Printausgabe, 30.1.2009)

  • Kleines Lamperl, große Wirkung: LED revolutioniert die Lichttechnologie. Pionier war Audi mit dem Q5.
    foto: werk

    Kleines Lamperl, große Wirkung: LED revolutioniert die Lichttechnologie. Pionier war Audi mit dem Q5.

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