Mehr Jahresgewinn, Rückgang im vierten Quartal

29. Jänner 2009, 13:33
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Gewinnrückgang im vierten Quartal

Den Haag/London - Trotz gesunkener Erdölpreise hat der niederländisch-britische Ölkonzern Royal Dutch Shell 2008 seinen Jahresgewinn erneut deutlich gesteigert und die Dividende erhöht. Zugleich machten Milliardenverluste im vierten Quartal deutlich, dass auch der nach Marktwert zweitgrößte private Erdölkonzern der Welt unter die Folgen der Wirtschaftskrise zu spüren bekommt.

Der nach aktuellen Wiederbeschaffungskosten (CCS) berechnete Jahresgewinn stieg laut Konzernangaben vom Donnerstag im Vergleich zu 2007 um 14 Prozent auf 31,4 Mrd. Dollar (23,7 Mrd. Euro) - ein europäischer Rekord auch im Vergleich zu Konzernen anderer Branchen. Allerdings verbuchte Shell nach dem Absturz der Ölpreis im vierten Quartal einen Gewinnrückgang von fast zwei Mrd. Dollar nach Wiederbeschaffungskosten.

Wegen erheblich geringerer Ölpreise sowie einer verringerten Nachfrage vor allem durch Industrie- und Verkehrsunternehmen sanken bei Shell in den letzten drei Monaten des Jahres 2008 die Gewinne nach CCS von 6,7 Mrd. Dollar im Vergleichszeitraum 2007 auf nun 4,8 Mrd. Dollar. Das entspricht einem Rückgang um rund 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bei Berücksichtigung der Neubewertung von Lagerbeständen ergab sich sogar ein Verlust von 2,8 Mrd. Dollar gegenüber Gewinnen von fast 8,5 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum.

Angesichts der schwächelnden Weltwirtschaft seien die Ergebnisse aber zufriedenstellend, erklärte Shell-Konzernchef Jeroen van der Veer in Den Haag. Ungeachtet des Rückgangs im vierten Quartal gab Shell eine Erhöhung der Dividende auf 0,40 Dollar pro Aktie bekannt, eine Steigerung um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Für 2008 insgesamt seien die Gewinne pro Aktie gegenüber 2007 um 16 Prozent gestiegen.

"Es bleibt unsere Strategie, wettbewerbsfähige und steigende Dividenden zu zahlen sowie bedeutende Investitionen zur Sicherung der künftigen Rentabilität zu tätigen", sagte Van der Veer. Für das erste Quartal 2009 nannte er eine Steigerung der Dividende um fünf Prozent oder 0,42 Dollar pro Aktie als Zielmarke. Analysten werteten dies als Zeichen der Zuversicht der Shell-Führung, dass die Ölpreise nicht noch weiter einbrechen werden. Van der Veer wies allerdings darauf hin, dass die Rahmenbedingungen im Erdöl- und Erdgasbereich "weiter eine Herausforderung darstellen". Shell konzentriere sich daher auch auf eine strenge Kostendisziplin.

Der Ölpreis war 2008 wegen der weltweiten Konjunkturschwäche von einem Rekordhoch im Sommer mit fast 150 Dollar pro Barrel (159 Liter) zum Jahresende zeitweise unter 40 Dollar gefallen. Die Produktion ging bei Shell nur unwesentlich zurück. Im vierten Quartal förderte der Konzern - einschließlich der kostenaufwendigen Ausbeutung von Ölsanden und -schiefern sowie von Tiefsee-Ressourcen Erdöl und Gas im Äquivalent von 3,415 Mio. Barrel Öl pro Tag. Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es 3,436 Mio. Barrel pro Tag. Hauptgrund des leichten Rückgangs seien zeitweise Schließungen von Förderanlagen wegen der Wirbelstürme in den USA gewesen. (APA)

 

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