Korruptionsanzeige gegen ORF-Oberhauser

28. Jänner 2009, 17:05
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Informationsdirektor weist Vorwürfe zurück - Geyer will prüfen - Angebliche Einladung zum Skifliegen soll gegen Anti-Korruptionsregelungen verstoßen

Die Sonderstaatsanwaltschaft zur Korruptionsbekämpfung prüft derzeit eine Anzeige wegen Bestechung, die unter anderem gegen ORF-Informationsdirektor Elmar Oberhauser sowie ÖBB-Personalchef Franz Nigl eingebracht wurde. In einer von "News" veröffentlichten Anzeige wird den Managern staatsnaher Betriebe vorgeworfen, dass sie sich Anfang Jänner zu einem Luxuswochenende rund um das Skifliegen am Kulm einladen ließen. Der Wert dieser Einladung soll pro Person rund 3.500 Euro betragen haben. ORF-Informationsdirektor Oberhauser wies die Vorwürfe in einer Sachverhaltsdarstellung zurück, seitens der ÖBB gab es vorerst keinen Kommentar.

Oberhauser soll die Einladung laut der von "News" zitierten Strafanzeige gemeinsam mit seiner Ehefrau angenommen haben. Gastgeber sei demnach der Grazer Arbeitsrechtler und ehemalige ÖVP-nahe Stiftungsrat Franz Marhold gewesen. Marhold, der in seiner Funktion als Arbeitsrechtler in der Vergangenheit auch Aufträge für den ORF erfüllt hatte, war vorerst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. ÖBB-Personalchef Nigl soll von der Firma Kapsch eingeladen worden sein. Die Einladung zum Skifliegen am Kulm umfasste laut "News" Übernachtungen in Luxushotels, eine Schanzenführung mit Skispringerlegenden, Helikopter-Shuttle, Betreuung durch Hostessen, First-Class-Gastronomie am Kulm, Winners Party mit Galadiner, reservierte Sitzplätze auf der VIP-Tribüne sowie ein Gastgeschenk.

ORF-Informationsdirektor Oberhauser wies die "News"-Darstellung in einer Aussendung umgehend zurück. "Mir war und ist bis heute nicht bewusst, dass ich Nutzer einer sehr teuren VIP-Einladung gewesen sein sollte", so Oberhauser. Er habe den Skiflug-Weltcup als Vertreter des ORF besucht, um unter anderem berufliche Gespräche zu führen. Er habe keine Leistungen, wie etwa einen Shuttle-Dienst benutzt, an keinem VIP-Essen teilgenommen und die Übernachtungskosten sowie sonstige Kosten für sich und seine Frau aus eigener Tasche beglichen. Lediglich am Eröffnungsabend habe er eine Einladung Marholds zu einem Abendessen angenommen und dabei ein halbes Grillhuhn und ein kleines Bier zu sich genommen. Im übrigen sei er bei der Veranstaltung für den TV-Bereich "Arbeits-akkreditiert" gewesen. (APA)

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