Jetzt auch voestalpine-Betriebsrat im Visier

28. Jänner 2009, 15:06
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Ist ein Geländewagen aus der SUV-Klasse mit einem Listenpreis von 70.000 Euro ein adäquates Dienstauto, das ist die Frage

Linz - Nach der Diskussion um die Dienstautos der Nationalbank-Direktoren gibt es nun auch eine um den Wagen des Vorsitzenden des Angestelltenbetriebsrates der voestalpine, Fritz Sulzbacher, der einen Geländewagen aus der SUV-Klasse mit einem Listenpreis von 70.000 Euro fährt. Während er die Anschaffung verteidigt, ist am Mittwoch Kritik vom ÖAAB und den Freiheitlichen Arbeitnehmern gekommen.

Sulzbacher, der auf einem SPÖ-Mandat im oberösterreichischen Landtag sitzt, erklärte auf Frage der Oberösterreichischen Nachrichten, er habe bisher schon ein allradgetriebenes Dienstfahrzeug gehabt. Den Allradantrieb brauche er, weil er auch zu den Standorten der voestalpine in der Steiermark fahre. Die große Karosserie sei aus Sicherheitsgründen nötig. Für die voestalpine habe das Fahrzeug nur "um die 50.000 Euro" gekostet, sagte Sulzbacher. Dazu, dass er als Belegschaftsvertreter just dann ein derart luxuriöses Dienstauto bekommt, wenn seine Kollegen in die Kurzarbeit geschickt werden, verwies er darauf, das Auto sei schon im September bestellt worden.

Der ÖAAB-Landessekretär Georg Bachmair kritisierte: "Eine bodenlose Frechheit, ständig wird von den Mitarbeitern verlangt, dass sie bereitwillig Opfer bringen und selber pickt sich der SP-Betriebsrat die Rosinen heraus." Dass viele noch um Lohn und Job bangen müssten und dann einer mit einer derartigen Luxuskarosse in die Firma komme, ist für den ÖAAB-Landessekretär "an Ironie nicht mehr zu überbieten". Auch der Landesobmann der Freiheitlichen Arbeitnehmer (FA), voest-Betriebsrat und AK-Rat, Manfred Pühringer äußerte sich ähnlich. Er sprach von "Privilegienstadl". Dienstwägen könne es geben, es müsse nicht die Luxusvariante sein. Er schlug vor, auf den im Unternehmen bestehenden Fahrzeug-Pool zurückzugreifen. (APA)

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