Deutschland liegt im Lottofieber

27. Jänner 2009, 20:17
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28 Millionen Euro befinden sich im Jackpot

Berlin - Was würden wir mit den vielen Millionen Euro machen? Den Job hinschmeißen? Ein Privatflugzeug kaufen? Eine wohltätige Stiftung gründen? Und: Wem würden wir von dem Megagewinn überhaupt erzählen? In Deutschlands Lotto-Annahmestellen gibt es zurzeit nur ein Thema: Der Superjackpot, der am heutigen Mittwoch endlich geknackt werden soll. 28 Millionen Euro liegen parat, und wenn die Lottozahlen am Abend gezogen werden, wird die halbe Nation vor dem Fernseher sitzen.

Es ist die dritthöchste Summe, die je in Deutschland zu vergeben war. Millionäre in spe verdanken sie dem Motto: "Knapp daneben ist auch vorbei". Denn seit zehn Runden, seit Dezember also, wurde der Jackpot nicht erreicht. Zwar hatten am Samstag vier Spieler sechs Richtige getippt. Auf ihren Glücks-scheinen aber fehlte die richtige Zusatzzahl (die Null). Somit bekamen die Gewinner jeweils "nur" 854.000 Euro.

Ansturm auf die Lottoläden

Die hohe Summe im Jackpot hat zu einem wahren Ansturm auf die 24.000 Lotto-Annahmestellen geführt. Deren Umsatz stieg um bis zu 30 Prozent - wenngleich die Chance, den Supergewinn nach Hause zu tragen, bloß bei 1 zu 140 Millionen liegt. Um die Chancen zu maximieren, legen sich vor allem die Boulevardmedien ins Zeug. Überall kursieren eingefleischten Spielern ohnehin bekannte Tipps, wie: Niemals die 19 ankreuzen, diese nehmen viele Leute, weil sie Teil des Geburtsdatums ist. Und dann muss man den Gewinn ja mit so vielen teilen.

Ausgerechnet jetzt herrscht bei den Spielern Unsicherheit, ob sie auch im Internet tippen können. Eigentlich ist Glücksspiel im Internet seit 1. Jänner 2009 verboten. In der Vorwoche verpflichtete das Oberlandesgericht Koblenz jedoch die rheinland-pfälzische Lottogesellschaft dazu, weiterhin Tipps eines Internet-Anbieters anzunehmen. Sicher ist auf jeden Fall eines: Knackt heute wieder niemand den Jackpot, dann steigt er nur noch bis zum 4. Februar. Schafft auch dann niemand einen "Sechser" mit Zusatzzahl, gibt es eine Zwangsausschüttung an alle, die zumindest sechs Richtige haben. (bau/DER STANDARD, Printausgabe, 28.1.2009)

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