Krise hat Osteuropa im Griff

27. Jänner 2009, 17:19
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CPB-Analyse: Märkte in CEE brechen weg - Rekord-Preisverfall bei US-Immobilien

Wien - Die Immobilienmärkte in Zentral-, Ost- und Südosteuropa sind von der globalen Finanzkrise stärker betroffen als alle anderen Regionen Europas, heißt es in einer Analyse der CPB Immobilientreuhand Gmbh. Binnen weniger Monate habe sich die Marktlage grundlegend gewandelt: Statt hoher Wachstumsraten seien deutliche Rückgänge zu beobachten, der Immobilien-Investmentmarkt sei teilweise sogar zum Stillstand gekommen. Wegen ihrer dominanten Rolle in der Region sei die österreichische Immobilienwirtschaft von dieser Entwicklung besonders betroffen.

"Großteil der Projekte liegt auf Eis"

"Investoren und Entwickler haben gleichermaßen mit Problemen zu kämpfen", sagt CPB-Geschäftsführer Michael Ehlmaier. Die Entwickler könnten anders als vor der Krise ihre Projekte nicht mehr bereits im Bau- oder gar im Planungsstadium an langfristige Investoren verkaufen und Kreditfinanzierungen seien nur dann zu bekommen, wenn ein Großteil der Fläche bereits fix langfristig vermietet sei.
"Daher liegt derzeit ein Großteil der Projekte auf Eis". Die Investoren wiederum leiden laut CPB massiv unter dem Anstieg der Marktrenditen, der massive Abwertungen erfordert. Der Fast-Zusammenbruch des Kreditmarkts mache die Refinanzierung für den Immobilienbestand bzw. Investitionsverpflichtungen in jedem Fall sehr teuer und oft sogar unmöglich. Liquiditätsprobleme seien derzeit daher eher die Regel als die Ausnahme.

Für 2009 sind die Erwartungen für den Vermietungsmarkt, der im Vorjahr durchwegs noch recht zufriedenstellend war, gedämpft. Wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise wird in allen Staaten mit einem Rückgang der ausländischen Direktinvestitionen gerechnet, das wird sich wiederum negativ auf den Flächenbedarf in den drei wichtigen Kategorien Büro, Einzelhandel und Logistik auswirken.

Rekord-Preisverfall bei US-Immobilien

Die Rezession hat auch den US-Häusermarkt weiter fest im Griff. Verglichen mit dem Vorjahr brachen die Preise von Einfamilienhäusern im November in 20 Ballungsräumen um 18,2 Prozent ein, wie aus dem Standard & Poor's/Case-Shiller-Hauspreisindex hervorgeht, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Dies ist ein neuer Negativrekord. Auf Monatssicht gab der Index 2,2 Prozent nach. Der Rückgang der Immobilienpreise in den USA war der wichtigste Auslöser der Finanzkrise. (APA/red)

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