Sparen mit offenen Quellen und Standards

26. Jänner 2009, 18:58
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Offene Software versetzt Unternehmen in die Lage, schneller, kundenorientierter und unbürokratischer vorzugehen - Zudem gibt es ein großes Sparpotenzial, meinen die Anbieter entsprechender Lösungen

Das Geschäft mit Open Source profitiert von dem radikalen Umbruch, der im IT-Markt als Folge der Finanzkrise zu erwarten ist. Unternehmen sind gezwungen, ihr Augenmerk noch stärker als bisher auf Kosten- und Effizienzvorteile zu richten. Die Wahl fällt daher häufiger auf Open-Source-Produkte, mit denen kommerzielle Anwendungen ersetzt beziehungsweise ergänzt werden.

Vor allem auf Management-Ebene geht es immer seltener um die Frage der eingesetzten Technologie, sondern vielmehr um die Kosten, die bei der Umsetzung eines IT-Projektes anfallen. Einen großen Teil machen in vielen Fällen die Lizenzkosten kommerzieller Software aus. Eine Möglichkeit, hier drastisch einzusparen, wird durch quelloffene Software ermöglicht.

Laut den Analysten von Gartner zählt Open Source zu den Top-Ten-Entwicklungen der kommenden Jahre. Bis 2012 sollen mehr als 90 Prozent der Unternehmen Open-Source-Lösungen im Einsatz haben. Auch die Finanzkrise trägt dazu bei, dass Open Source auf die Prioritätenliste der IT-Manager gesetzt wird und kaum eine Kaufentscheidung ohne die Berücksichtigung von Open Source erfolgt.

"Open-Source-Lösungen bieten heute dieselbe professionelle Funktionalität wie kommerzielle Lösungen, jedoch ohne die meist sehr hohen Lizenzkosten, und führt die Unternehmen nicht in eine Abhängigkeit von Lieferanten, auch die Wartungskosten betreffend", so Michael Kalaus von it-novum.

Flexibles Reagieren ist wichtig

Ein weiterer nicht zu unterschätzender Vorteil sei, dass die Unternehmens-IT flexibel bleibe und Firmen sich so viel schneller an Änderungen anpassen beziehungsweise neue Services entwickeln und damit Geschäftsprozesse rascher unterstützen können. "Es gibt heute für alle relevanten IT-Themen Open-Source-Lösungen, die den kommerziellen Produkten um nichts nachstehen", so Kalaus, der auf der Technologiemesse ITnT die Möglichkeiten offener Software aufzeigen will. "Auch wenn der Serviceaufwand bei Open-Source-Lösungen etwas höher ist, wird dies von der Lizenzkosteneinsparung mehr als wettgemacht", ist sich Kalaus sicher.

Die Wirtschaftslage führt natürlich auch zu Budgetkürzungen in den IT-Abteilungen. Das betrifft vor allem interne IT-Projekte. Damit sind IT-Manager gezwungen, noch effizienter zu agieren und die existierende Infrastruktur besser zu nutzen. Die Schlagworte sind in diesem Zusammenhang Virtualisierung, aber auch die Konsolidierung der eigenen IT-Infrastruktur. Je mehr Insellösungen ein Unternehmen hat, desto höher der finanzielle Aufwand für Wartung und Pflege. Gerade in diesem Bereich bedarf es offener Standards, die die Kommunikation zwischen den einzelnen Anwendungen und Plattformen ermöglichen.

Ein Fehler darf allerdings nicht gemacht werden: Open Source nur mit offenen Standards gleichzusetzen; auch kommerzielle Softwareanbieter haben in ihren Produkten offeneSchnittstellen integriert und ermöglichen so eine mehr oder weniger einfache Integration in bestehende IT-Landschaften.

"In Zeiten wie diesen wollen die Unternehmen schnell und flexibel reagieren können. Lösungen für ihre Probleme, nicht die Technik steht im Mittelpunkt. Über technische Begriffe wurde früher bei jedem Meeting zu allererst geredet, nun geht es zunächst darum, wie kann der Anbieter mithelfen, effizienter zu werden", macht Richard Hackl von IBM Österreich deutlich. "Die Technik ist zweitrangig, das Problem muss gelöst werden."

Große Verbreitung findet Open-Source-Software als Serverbetriebssystem. Auch die öffentliche Verwaltung hat das Sparpotenzial erkannt und diskutiert den Einsatz entsprechender Software. Auch um sich eine gewisse Herstellerunabhängigkeit der eigenen IT zu schaffen und um den notwendigen Datenschutz garantiert zu wissen. (Gregor Kucera/DER STANDARD, Printausgabe, 27.1.2009)

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