Weitere Milliarden­garantien des Bundes

21. Jänner 2009, 10:45
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Bürgschaftsrahmen für Hypo Real Estate auf 42 Milliarde Euro erweitert - Aktie sackt ab

Berlin - Die schwer angeschlagene deutsche Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) erhält weitere Milliardengarantien des Staates. Der Bürgschaftsrahmen aus dem Bankenfonds SoFFin sei für die Bankengruppe um zwölf Milliarden Euro auf nunmehr 42 Milliarden Euro erweitert worden, teilte das Institut am Dienstagabend in einer Pflichtveröffentlichung mit. Die Hypo Real Estate könne diese zusätzlichen Garantien dafür nutzen, im Juni fällige Schulverschreibungen abzusichern. Für ausgestellte Bürgschaften sei eine Provision von 0,5 Prozent im Jahr vereinbart worden.

An der Börse kam die Stützungsaktion nicht gut an: HRE-Aktien fielen am Mittwoch in einem schwachen Gesamtmarkt um mehr als neun Prozent auf 1,82 Euro. Damit ist die Bank an der Börse gerade einmal noch gut 400 Mio. Euro wert. Vor Ausbruch der Finanzkrise Mitte 2007 mussten Anleger noch rund 50 Euro je Papier bezahlen.

Die Bank verhandelt den Angaben zufolge zudem weiter mit dem Bund über zusätzliche Maßnahmen. "Die Gespräche mit dem SoFFin über die Gewährung längerfristiger und umfassender Maßnahmen zur Liquiditäts- und Kapitalunterstützung der Gruppe sind noch nicht abgeschlossen", hieß es in der Mitteilung.

Zuletzt war über einen Einstieg des Staates bei der Bank spekuliert worden. Dieser Schritt wurde nach Angaben aus mit den Gesprächen vertrauten Personen jedoch vorläufig vertagt.

Der Staat und einige Banken hatten der HRE im Herbst mit 50 Milliarden Euro unter die Arme gegriffen und sie damit vor dem Aus bewahrt. Die Gruppe war durch einen Liquiditätsengpass der irischen Staatsfinanzierungstochter Depfa Bank in eine Notlage geraten. Zudem haben die Münchner vom SoFFin 30 Milliarden Euro an Garantien für die Ausgabe von Schuldtiteln erhalten. Diese laufen bis Mitte April. (APA/Reuters)

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