Pro: Kaufanreiz mit Öko-Effekt

20. Jänner 2009, 18:27
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Es mag klügere Wege geben, die Konjunktur zu beleben, aber auch viel dümmere

Es mag klügere Wege geben, die Konjunktur zu beleben, als Autofahrern Geld in die Hand zu drücken, damit sie sich ein neues Fahrzeug zulegen - aber auch viel dümmere. Das Reizvolle an der nun auch in Österreich geplanten Verschrottungsprämie ist, dass sie bei einer vernünftigen Ausgestaltung nicht nur einer schwer getroffenen Branche hilft, sondern auch der Umwelt.

Denn die heute produzierten Autos verursachen im Durchschnitt deutlich weniger CO2-Ausstoß und Schadstoffe als jene, die Anfang oder Mitte der Neunzigerjahre auf den Markt kamen. Ein Umstieg auf ein neues Auto stärkt den Kfz-Handel und die Klimabilanz. Über Mehrwertsteuer und Normverbrauchsabgabe erhält der Fiskus die Prämien wieder zurück, vor allem wenn der Handel die Hälfte bezahlt.

Natürlich können dabei auch Mitnahmeeffekte eintreten: Die Prämie kassieren manche, die auch ohne sie ein neues Auto gekauft hätten. Aber manch alte Dreckschleuder wird dank des Anreizes schneller von der Straße verschwinden.

Österreich hat zwar keine eigene Autokonzerne; die Volkswirtschaft hängt allerdings massiv vom Erfolg der europäischen Autobauer ab. Indirekt nützt daher jeder zusätzliche Pkw-Kauf den Arbeitern bei GM in Aspern, BMWin Steyr und anderen Zulieferbetrieben.

Die Prämie ist außerdem ein Solidaritätsbeitrag zu den europaweiten Rettungsmaßnahmen für diese Schlüsselindustrie. Wenn diese weiter einknickt, drohen direkte Hilfen für einzelne Autobauer. Und diese wären viel schlechter als allgemein gehaltene Kaufanreize mit Öko-Effekt.  (Eric Frey, DER STANDARD, Pritntausgabe, 21.1.2009)

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