Wo das Netbook aufhört, fängt das Notebook an

20. Jänner 2009, 18:35
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Die kleinen, mobilen Begleiter haben sich am Markt etabliert - Viele AnwenderInnen dachten zunächst einen vollwertigen Notebook-Ersatz, nur kleiner - und irrten - Doch der Markt wächst zusammen

Die Unterscheidung zwischen einem Netbook und einem Notebook wird immer schwieriger. Konnte man vor gar nicht allzu langer Zeit einfach behaupten, dass ein Netbook ein vergrößerter PDA - also ein mobiler Assistent - ist, das E-Mail-Verkehr und Office-Funktionalitäten bei möglichst geringer Größe ermöglicht und dabei auf ein optisches Laufwerk verzichtet und unter 500 Euro zu haben ist, so hat sich der Markt gewandelt.

Auf der Suche nach der Grenze

Auch bei Cnet stellt man die Frage, wo Netbooks beginnen und Notebooks enden - beziehungsweise umgekehrt. Auf der diesjährigen CES wurden zahlreiche neue Netbook-Modelle präsentiert. Im Gegensatz zu ihren Vorgängerversionen finden sich nun schnelle Prozessoren, große Festplatten und sogar die Grafikkarten ziehen langsam aber sich mit. Doch mit der technologischen Aufrüstung verlieren die Netbboks ihre eigentliche Bestimmung und damit auch ihre Nische in der sie sich gut verkauft haben.

Das 1000-Euro-Netbook

Die Netbook-Hersteller, mittlerweile haben natürlich auch alle Notebook-Macher ein entsprechendes kleines, mobiles und abgespecktes Gerät im Portfolio, beginnen den Markt von unten aufzuräumen. Die 1000-Euro-Grenze für Netbooks ist erreicht, die letzte Bastion gefallen. Warum 1000 Euro zahlen, wenn man schon vollausgestattete Notebooks billiger bekommt? Für viele Menschen ist ein Netbook ein feines Gerät fürs Internet, nicht mehr nicht weniger. Wirklich darauf arbeiten können nur wenige.

Windows 7 wird Änderungen bringen

Für ein näheres Zusammenwachsen zwischen Net- und Notebooks wird auch Microsofts kommendes Betriebssystem Windows 7 sorgen, meint Cnet. Microsoft, mit Windows Vista am Netbook-Markt nicht nennenswert vertreten, musste auf die KundInnenwünsche und die Verschiebungen am Markt reagieren. Windows 7 soll auf Netbooks laufen und auch dem mobilen Arbeiten auf kleinen Displays mehr Schwung bringen. 

Geschäftsmodell verloren

Aus Sicht von Stephen Baker, Analyst bei der NPD Group, würden die Entwicklungen am Markt keine Innovationen schaffen und auch keinen KundInnennutzen mehr bringen. Die Netbooks, oft als Zweit- oder sogar Drittgerät gekauft, werden teurer, können dafür mehr, und werden somit den Notebook-Markt kannibalisieren. "Der unglückliche Aspekt dieser Entwicklung ist, dass die Hersteller die Geräte in einer Rezessionsphase in den Markt bringen. Dies bedeutet, dass die Geräte nicht mehr so leicht durchverkauft werden, wie bisher." Ein Zusatzgerät würde somit zu einem Replacement-Gerät.

Was ist eigentlich ein Netbook?

Doch nicht mehr nur die Unterscheidung zwischen Net- und Notebook ist schwierig, auch der Netbook-Markt selbst ist stark segmentiert. In den letzten Jahren war es ein Gerät mit einem Display kleiner als 10-Zoll um weniger als 400 Euro. Nun kommen Atom-Prozessoren zum Einsatz. Asus will seine EeePC-Reihe stark aufrüsten, dafür sieht Intel seine Classmate-Reihe als Unterrichtsbehelf für SchülerInnen in Schwellenländer. Ebenso die EntwicklerInnen des "One Laptop Per Child"-Projekts. Dell sieht Netbooks ganz anders als Sony. Der japanische Hersteller folgt eher Acer und HP nach. Toshiba hält sich noch zurück.

Acer und Asus

Acer und Asus, die beiden taiwanesischen Hersteller, die Netbooks marktreif gemacht haben, sehen Netbooks immerhin noch mit gleichen Augen und Spezifikationen. Teure Subnotebooks, die etwa Sony im Portfolio hatte, bekommen nun unerwartet Konkurrenz. Und dann sogar noch aus dem eigenen Haus, wie das auf der CES präsentierte Sony Vaio P zeigt.

Ein "Low-end-Notebbok"

Der frühere Seagate CEO William Watkins meinte in eine Interview in der letzten Woche: "Ein netbook ist einfach ein low-end-Notebook." Etwa zu Jahresmitte erwarten die AnalystInnen dann erste Anzeichen für einen möglichen Wandel in der Branche. Dann soll sich nämlich erstmals zeigen, ob die Netbooks nun den Notebook-Markt kannibalisieren oder der Trend zum Zweitgerät weiter geht. Einige AnalystInnen erwarten, dass die Netbooks mit den Notebooks zusammenwachsen werden. Eine eigene Notebook-Serie mit kleinerem Display, aber zu einem höheren Kostenpunkt. Womit die Hersteller dann wieder beim Subnotebook wären.(red)

 

Links

Cnet

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    Am Anfang stand die Mobilität, nun werden Netbooks auch immer leistungsfähiger.

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