UN: Millionen Dollar für Soforthilfe nötig

20. Jänner 2009, 10:01
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Livni warnt vor Stärkung der Hamas - EU bereitet humanitäre Hilfe vor

New York - Zwei Tage nach Inkrafttreten einer Waffenruhe im Gazastreifen hat UN-Generalsekretär Ban Ki-moon am Dienstag in Jerusalem Gespräche mit der israelischen Führung aufgenommen. Der israelische Rundfunk meldete weiter, Ban wolle anschließend in den Gazastreifen reisen, um sich dort ein Bild von der Zerstörung zu machen. Er wollte dort auch UN-Einrichtungen besuchen, die während der dreiwöchigen israelischen Militäroffensive unter Beschuss gerieten.

Livni warnt vor Stärkung der Hamas

Die israelische Außenministerin Tzipi Livni warnte vor dem Besuch Bans vor einer Stärkung der radikal-islamischen Hamas-Organisation im Rahmen der Bemühungen um einen Wiederaufbau des Gazastreifens. Livni habe Ban während eines Telefongesprächs gesagt, die Hamas habe während der Offensive bewiesen, dass sie sich nicht für die Belange der Zivilbevölkerung interessiere. Die Organisation sei bereit, die Interessen ihres eigenen Volkes für ihre Terrorziele zu opfern.

EU bereitet humanitäre Hilfe vor

Die Europäische Union bereitete unterdessen humanitäre Hilfe für den Gazastreifen vor. EU-Entwicklungskommissar Louis Michel kündigte am Dienstag in Brüssel an, er wolle sich am Sonntag und Montag in Gaza ein Bild über die am dringendsten notwendige Hilfe machen. Die Prager EU-Ratspräsidentschaft teilte mit, drei tschechische Experten seien unterwegs, um den Bedarf für humanitäre Hilfe abzuschätzen.

UNO: Hunderte Millionen Dollar an Soforthilfe nötig

Zur Unterstützung der 1,4 Millionen Menschen im Gazastreifen sind nach Einschätzung der Vereinten Nationen mehrere hundert Millionen Dollar an Soforthilfe nötig. Der Wiederaufbau der im Krieg zwischen Israel und der Hamas zerstörten Infrastruktur werde Milliarden kosten, sagte am Montag der UNO-Nothilfekoordinator John Holmes.

Einige Bezirke seien völlig zerstört worden und viele Häuser nur noch Trümmer. In einige Straßen flössen Abwässer, nicht explodierte Munition sei ein riesiges Problem. 400.000 Menschen seien immer noch ohne Trinkwasser. "Es mag zwar noch unklar sein, wer in diesem Konflikt gewonnen hat, aber es ist klar, wer ihn verloren hat, und das ist die Bevölkerung des Gazastreifens und in einem geringeren Umfang auch die zivile Bevölkerung im Süden Israels", sagte Holmes.

Nach palästinensischen Angaben wurde in dem Krieg Infrastruktur im Wert von mindestens 1,4 Milliarden Dollar (1,062 Mrd. Euro) im Gazastreifen zerstört. Für den Wiederaufbau wird Saudi-Arabien eine Milliarde Dollar spenden. Die EU deutete dagegen an, dass sie kein Geld geben will, solange im Gazastreifen die Hamas an der Macht ist. (APA/AP)

 

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