Wegen Majestätsbeleidigung verurteilter Australier begnadigt

21. Februar 2009, 09:25
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Buchautor war zu drei Jahren Haft verurteilt worden - 41-Jähriger hatte fiktionalem Prinzen Machtmissbrauch vorgeworfen

Bangkok - Ein in Thailand wegen Majestätsbeleidigung verurteilter australischer Buchautor ist nach seiner Begnadigung durch König Bhumibol am Donnerstag wieder frei. Nach australischen Medienangaben vom Samstag ist Harry Nicolaides bereits auf dem Weg in die Heimat. Nicolaides war im Jänner zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er hatte seit August wegen einer Passage in seinem Buch, in der nach thailändischer Auffassung die Königsfamilie beleidigt wurde, in Haft gesessen.

Nicolaides hatte in Thailand gelebt und 2005 im Eigenverlag seinen Roman "Verisimilitude" über das Leben in Thailand veröffentlicht. In einer kurzen Passage geht es um den Lebenswandel des nicht namentlich genannten Kronprinzen. Nach Angaben seiner Familie wurden weniger als zehn Kopien verkauft. Der Autor wurde im August am Flughafen in Bangkok verhaftet, als er das Land verlassen wollte.

Bis zu 15 Jahre Haft

Jegliche Kritik oder mangelnde Ehrerbietung gegenüber der königlichen Familie kann mit bis zu 15 Jahren Haft bestraft werden. Der 81-jährige König Bhumibol Adulyadej (Rama IX.) hat in Thailand faktisch keine offizielle politische Rolle mehr, er wird von vielen seiner Untertanen aber sehr verehrt und als einigende Kraft in Zeiten der Krise betrachtet. In Thailand gibt es derzeit eine Serie von Anklagen wegen Majestätsbeleidigung. Die Behörden haben zudem mehrere Internetseiten gesperrt, die aus ihrer Sicht kritisch über die Monarchie berichten. (APA)

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    Der 41-jährige Harry Nicolaides wurde von König Bhumipol begnadigt.

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