Verkauf der Plastiksparte

16. Jänner 2009, 09:09
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Wien - Während in Österreich die letzten Details für die Kurzarbeit beim Stahlkonzern voestalpine verhandelt werden, dürfte der Verkauf der Plastiksparte des Stahlkonzerns unmittelbar vor dem Abschluss stehen. Die Übernahme des Kunststoffbereiches der Voest-Tochter Polynorm durch die deutsche Inteva Products Europe sei so gut wie fix. Das berichtete gestern der Branchendienst Plastics Information Europe, heißt es im "WirtschaftsBlatt" (Freitag-Ausgabe).

In Linz will den Deal noch niemand bestätigen, viel kann aber offenbar nicht mehr schiefgehen. "Es gibt einen Käufer, mit dem wir exklusiv verhandeln", sagte ein Sprecher von Voest-Generaldirektor Wolfgang Eder. Beim deutschen Bundeskartellamt sei der geplante Deal schon seit Mitte Dezember angemeldet. Inteva gehört zur amerikanischen Renco-Gruppe und war früher ein Teil des Autozulieferkonzerns Delphi. Mit mehr als 10.000 Mitarbeitern wurden bei Renco zuletzt rund 6 Mrd. Dollar (4,6 Mrd. Euro) Jahresumsatz erwirtschaftet.

Die zum Verkauf stehende Plastiksparte der Polynorm umfasst insgesamt drei Werke. Polynorm Plastics produziert in den Niederlanden und im britischen St. Helens. Hergestellt werden dort unter anderem Armaturenbretter für Autos. Die dritte Fertigung befindet sich ebenfalls in den Niederlanden und firmiert unter Polynorm Van Nifkrit. Alles in allem geht es um einen Umsatz von rund 90 Mio. Euro pro Jahr.

Über den möglichen Kaufpreis darf weiter gerätselt werden. Angesichts der teils prekären Lage der Autozulieferer halten Analysten die ursprünglich kolportierten 100 Mio. Euro für bei weitem zu hoch gegriffen. Der tatsächliche Deal dürfte sich höchstens im mittleren zweistelligen Millionenbereich abspielen.

Der Absturz des Autozuliefergeschäfts ist der wichtigste Grund für die Kurzarbeit bei der voestalpine. Eine Besserung sei nicht in Sicht, meinte Voest-Chef Eder im ORF-Radio. Die rund 4.000 betroffenen Voestler werden ab Februar 15 Prozent weniger arbeiten. Darauf haben sich Management und Betriebsrat geeinigt. Wie berichtet trifft die Einsparungsmaßnahme vor allem Mitarbeiter in Österreich. In Oberösterreich tobt indes ein politischer Kleinkrieg rund um die Kurzarbeit. (APA)

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