97,4 Prozent für Eva Glawischnig

17. Jänner 2009, 18:26
376 Postings

Kärntnerin tritt nach sechseinhalb Jahren als Alexander Van der Bellens Stellvertreterin dessen Nachfolge an

Klagenfurt - Mit einem historischen Votum von 97,4 Prozent ist Eva Glawischnig am Samstag auf den Chefsessel der Grünen getragen worden. Das ist das beste Ergebnis in der Geschichte ihrer Partei. Für ihre Amtszeit wünschte sich die langjährige Stellvertreterin ihres Vorgängers Alexander Van der Bellen eine gewisse "Fehlerverständlichkeit". Van der Bellen selbst wünschte seiner Nachfolgerin "sehr gute Nerven" wegen oft "diametral entgegengesetzter Erwartungen".

228 von 234 gültigen Stimmen

228 von 234 gültigen Stimmen fielen beim Bundeskongress für Glawischnig aus. "Intern würde ich mir eine gewisse Akzeptanz wünschen, dass man nicht immer alles richtig macht", war sie zuvor auf die hohen Erwartungen eingegangen. Die Europa-Frage - das derzeit brennendste Thema bei den Grünen - ließ sie aus. Dafür gab es Appelle zu Energiewende und sozialer Gerechtigkeit. Schon vor dem Votum hatte es Standings Ovations für Glawischnig gegeben, ebenso wie für ihren Vorgänger Van der Bellen.

Die Überraschung über die hohe Zustimmung für Glawischnig war auch unter den Grünen groß. Bundesgeschäftsführerin Michaela Sburny sowie Bundesparteisekretär Lothar Lockl freuten sich unisono über die Geschlossenheit. Mit einem schlichten "sehr gut" kommentierte Peter Pilz das Votum, Werner Kogler freute sich über eine "hervorragende Wahl". "Ich freue mich am meisten, dass es eine Frau ist, die so hohe Zustimmung gekriegt hat", meinte Volksanwältin Terezija Stoisits. Und Grünen-Mitbegründerin Freda Meissner-Blau sprach von einem überraschend-fabelhaften Resultat.

FP rechnet mit "Linksruck"

Ätzende Kommentare zur Wahl Glawischnigs gab es hingegen von den anderen beiden Oppositionsparteien. "Der Spagat zwischen Gucci und Birkenstock wird für die neue Bundesvorsitzende der Grünen nicht machbar sein", ließ FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky die Öffentlichkeit wissen. Er rechnet mit einem "deutlichen Linksruck bei den Grünen". Und BZÖ-Generalsekretär Martin Strutz sieht mit dem Bundeskongress schon den "Niedergang der kleinsten Parlamentspartei im Wahljahr 09 eingeleitet".

Der Bundeskongress in Klagenfurt stand auch im Zeichen des Kärntner Landtagswahlkampfes. Spitzenkandidat Rolf Holub begrüßte die Delegierten "in einem anderen Kärnten" und bezeichnete seine Partei als "Immunsystem" des Landes. In der Nebenhalle bereitete sich indes schon die FPÖ für ihr Neujahrstreffen am Sonntag vor, was das Präsidium zu Klarstellungen veranlasste: "Das ist eine Situation, wie sie von uns nicht geplant war", beteuerte Ingrid Lechner-Sonnek. Zudem wurde am Samstag der neunköpfige Bundesvorstand der Grünen gewählt. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Eva Glawischnig bei ihrer Rede vor der Wahl zur Bundessprecherin

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Glawischnig erhielt mit 97,4 Prozent unerwartet hohe Zustimmung. 

Share if you care.