Fünf neue Ordnungshüter für Wiener Börse

13. Jänner 2009, 17:39
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Übernahmekommission runderneuert - Martin Winner übernimmt Vorsitz von Peter Doralt

Wien - Generationswechsel in der Übernahmekommission der Wiener Börse. Für geregelte Abläufe und saubere Zustände bei Übernahmen oder Mergers börsennotierter Unternehmen wird künftig Martin Winner (38) sorgen. Der Universitätsprofessor wurde am Montag - wie in der Satzung vorgesehen im Einvernehmen zwischen Justiz- und Finanzministerium - zum neuen Vorsitzenden der Übernahmekommission bestellt.

Er folgt in dieser Funktion dem (mittlerweile emeritierten) WU-Gesellschaftsrechtsprofessor Peter Doralt nach, dessen Funktionsperiode am 31. Dezember 2008 abgelaufen ist. Doralt stand, auch aus Altersgründen, für weitere fünf Jahre Amtszeit nicht mehr zur Verfügung. In gewisser Hinsicht wird mit dieser Personalentscheidung der Geist Doralts, der als anerkannter Aktienrechtler bei der Gestaltung des österreichischen Aktienrechts maßgeblich mitgewirkt hat, in der Übernahmekommission weiterhin wehen. Denn Winner war Assistent am Institut für Zivil- und Unternehmensrecht an der WU Wien, das Doralt viele Jahre leitete. Privatdozent Winner ist derzeit bei einem EU-Projekt in Albanien beschäftigt, erfuhr Standard in der Kommission.

Neben Winner erfuhr die Übernahmekommission insgesamt eine Runderneuerung: Statt der Richter Birgit Langer und Erich Schwarzenbacher (beide Oberster Gerichtshof, OGH) sehen nun die OGH-Richterinnen Ursula Fabian und Elfriede Solé nach dem rechten. Solé ist in amtlicher Kontrolle geübt, sie überwacht als Vorsitzende der Telekom-Control-Kommission die Telekomregulierung.
Auf Sozialpartner-Tickets sitzen künftig Heinz Leitsmüller (Leiter Arbeiterkammer-Wirtschaftsbereich) und Rechtsanwalt Stefan Weber, der zugleich eine Professur am Europa-Institut der Universität Saarland ausübt. Nicht mehr einem der drei Senate der Übernahmekommission gehört Oskar Grünwald (ehemals OMV und ÖIAG) an.

Alle anderen Kommissionsmitglieder, darunter Josef Aicher, Wilfried Braumann und Hanspeter Hanreich wurden für weitere fünf Jahre bestellt. (ung, DER STANDARD, Printausgabe, 14.1.2009)

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