Vor 90 Jahren ermordet: Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht

12. Jänner 2009, 13:44
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Zehntausende Menschen kamen zu Gedenkveranstaltung in Berlin - Gregor Gysi: Keine DDR-Nostalgie

Berlin - Mehrere zehntausend Menschen haben am Sonntag in Berlin an die vor 90 Jahren ermordeten Pioniere der Arbeiterbewegung und Gründer der kommunistischen Partei in Deutschland, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, erinnert. Die beiden waren am 15. Jänner 1919 von Freikorps-Soldaten in Berlin erschossen worden. Eröffnet wurde das Gedenken vom Vorsitzenden der Partei Die Linke, Lothar Bisky, und Bundestags-Fraktionschef Gregor Gysi. Rund 7.800 Menschen gingen in einer Demonstration linker und autonomer Gruppen zum Friedhof.

An der traditionellen Veranstaltung an der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Friedhof Friedrichsfelde nahmen nach offiziellen Angaben rund 23.000 Menschen teil. Die Linke sprach hingegen von 80.000 Teilnehmern. Gysi sagte, Luxemburg und Liebknecht seien zwei große Deutsche gewesen. Das alljährliche Erinnern an ihren Tod habe daher "nichts mit DDR-Nostalgie" zu tun.

Auch der Opfer des Stalinismus gedacht

Unter den Besuchern war zudem der frühere DDR-Staatschef Egon Krenz. In den vergangenen Jahren waren laut Polizei jeweils bis zu 20.000 Besucher an die Gedenkstätte gekommen. Die Teilnehmerzahl ist kontinuierlich zurückgegangen, nachdem 2002 noch von 50.000 die Rede gewesen war.

Die Spitze der Linken verharrte auch an einem Gedenkstein für Opfer des Stalinismus. Gegen diese Ehrung hatte sich vorher die Vertreterin des kommunistischen Flügels der Partei, Sahra Wagenknecht, gewandt. In der DDR war das traditionelle Gedenken an die Gründer der KPD eine offizielle Veranstaltung, die von der SED organisiert wurde. Im Januar 1988 sorgten knapp zwei Jahre vor dem Mauerfall Bürgerrechtler auf dem Friedhof für Aufsehen, weil sie für Meinungsfreiheit demonstrierten. (APA/dpa/red)

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