Bachmann-Wettbewerb heuer ohne "skandalöse" Quetschung

2. Jänner 2009, 13:42
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33. Ausgabe reicht wieder von Donnerstag bis Samstag - Juroren waren von verkürzter Vorjahresrunde nicht erbaut

Klagenfurt - Zum 33. Mal finden im Juni dieses Jahres in Klagenfurt die Tage der deutschsprachigen Literatur statt. Das Wettlesen um den Ingeborg-Bachmann-Preis wurde organisatorisch erneut umgebaut, man ist wieder zum alten, längeren Zeitschema zurückgekehrt, allerdings bei sieben Juroren und 14 Autoren geblieben. Auch die Mehrzahl der Jury ist neu, den Vorsitz der Kritikerrunde hat wie 2008 Burkhard Spinnen.

14 Lesungen wurden im Vorjahr auf Freitag und Samstag zusammengequetscht, und gleich am Abend gab es auch noch die Jurysitzung mit Preisverleihung. Das Fernsehen habe es so gewollt, hatte es geheißen - mit der Tatsache, dass am Sonntag, nach der Preisverleihung, das Finalspiel der Fußball-EM stattgefunden hat, hätten die Änderungen gar nichts zu tun gehabt. Der Schweizer Juror Vladimir Heiz war ob des Zusammenstauchens des Wettbewerbs so erbost, dass er Klagenfurt den Rücken kehrte. Auch die übrigen Juroren murrten mehr oder weniger laut. "Das neue Schema ist ein Skandal", meinte einer.

Der Zeitplan

Nun gibt es keine EM mehr, und der Lesewettbewerb dauert wieder von Donnerstag bis Sonntag, wie in den Jahren zuvor. Geblieben ist die Reduzierung von neun auf sieben Juroren und damit von 18 auf 14 Wettbewerbsteilnehmern. Gelesen wird am Donnerstag (25. Juni) und Freitag (26. Juni) von jeweils fünf Teilnehmern, am Samstag (27. Juni) sind dann die restlichen vier dran, am Sonntag, 28. Juni, werden die Preise vergeben. Der Bachmann-Preis ist mit 25.000 Euro dotiert, zusätzlich werden vier weitere Preise vergeben - der Ernst-Willner-Preis der Verlage, der Preis der Jury, der 3sat-Preis und der via Internet ermittelte Publikumspreis. Der TV-Sender 3sat überträgt wieder alle Lesungen und Diskussionen sowie die Preisverleihung live.

Burkhard Spinnen wird von der Jurorenrunde des vergangenen Jahres nur Ijoma Mangold und Alain Claude Sulzer wiedersehen. Neu sind die deutsche Literaturkritikerin und Autorin Meike Feßmann und Hildegard Elisabeth Keller, die vor einem Jahr vom Deutschen Seminar der Universität Zürich an die Indiana-Universität in Bloomington (USA) gewechselt hat. Neu ist auch Karin Fleischanderl - die gebürtige Oberösterreicherin ist Anglistin und Romanistin und Mitherausgeberin der Literaturzeitschrift "kolik" - sowie Paul Jandl, Wiener Kulturkorrespondent der Neuen Zürcher Zeitung.

Zum Wettbewerb zugelassen sind unveröffentlichte deutschsprachige Prosatexte von höchstens 25 Minuten Lesedauer. Die Auswahl der Autoren obliegt der Jury, Bewerbungen müssen bis 15. Februar bei einem oder mehreren Juroren eingelangt sein. Zwingend erforderlich ist zudem die schriftliche Empfehlung eines Verlages oder einer Literaturzeitschrift. (APA)

 

33. Tage der deutschsprachigen Literatur, 25. bis 28. Juni, ORF-Theater Klagenfurt

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