Fondsmanager schlitzte sich Pulsadern auf

24. Dezember 2008, 09:11
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Nach einem Verlust von 1,4 Milliarden Dollar - De la Villehuchet musste mit Klagen von Anlegern rechnen

New York - Ein prominenter Fondsmanager hat sich nach einem Milliardenverlust im Zusammenhang mit dem Betrugsskandal um den US-Investor Bernard Madoff in seinem New Yorker Büro das Leben genommen. Rene-Thierry Magon de la Villehuchet wurde am Dienstagmorgen in New York an seinem Schreibtisch sitzend tot aufgefunden, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Beide Handgelenke des Toten waren aufgeschnitten. Der von gegründete Investmentfonds Access International Advisors verlor durch den Madoff-Skandal 1,4 Milliarden Dollar (rund 1 Mrd. Euro).

Teppichmesser und Schlaftabletten

Auf dem Boden lag laut Polizei ein Teppichmesser, und auf dem Schreibtisch befand sich eine Dose mit Schlaftabletten. Laut Polizeiangaben hatte de la Villehuchet Reinigungskräfte am Montagabend aufgefordert, die Büros auf der noblen Madison Avenue früher zu verlassen, da er noch spät arbeiten wollte. Dem 65-jährigen Fondsmanager drohten möglicherweise Klagen von Anlegern, die die Sorgfaltspflicht im Zusammenhang mit den Madoff-Investments infragestellten.

Aristokratische Familie

Der Fondsmanager entstammte einer traditionsreichen aristokratischen französischen Familie. Der Familienteil der Magon ist auch namentlich auf dem 1806 errichteten Arc de Triomphe (Triumphbogen) in Paris erwähnt. De la Villehuchet war auch in Europas Oberschicht bestens vernetzt. Zu seinen Finanzvermittlern zählte beispielsweise Philippe Junot, ein französischer Geschäftsmann und Ex-Mann von Prinzessin Caroline von Monaco.

Wegen Verdachts auf massiven Betrug war der Investor Madoff in der vorvergangenen Woche verhaftet worden. Er soll Investoren, die ihr Geld bei ihm anlegten, hohe Renditen versprochen haben. Die Renditen wurden in einem Schneeballsystem mit Geldern neuer Anleger finanziert. Als Investoren im Zuge der Finanzkrise ihr Geld zurückhaben wollten, brach das System zusammen. US-Ermittler befürchten einen Schaden von bis zu 50 Milliarden Dollar (35,8 Mrd. Euro). (APA/AP)

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