Charles Darwin Superstar

22. Dezember 2008, 13:04
262 Postings

Großbritannien bereitet sich auf das anstehende Doppeljubiläum seines großen Sohns vor

London - Mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen begeht Großbritannien das Doppeljubiläums-Jahr des im englischen Shrewsbury geborenen großen Biologen Charles Darwin. Der 200. Geburtstag des weltberühmten Evolutionsforschers (1809-1882) steht am 12. Februar an, am 24. November jährt sich zum 150. Mal das Erscheinen seines Hauptwerks "On the Origin of Species...".

Die Post bringt neue Briefmarken heraus, Denkmäler werden von Cambridge bis zur Geburtsstadt Shrewsbury neu errichtet, Bücher überfluten den Markt. Lesungen, Festivals und Spaziergänge sind allerorts geplant. Niemand will den Zug verpassen. Man erfährt, dass im Londoner Zoo der erste Menschenaffe, den Darwin sah (das Orang- Utan-Weibchen "Jenny"), lebte. Und selbst die Käfer im Park von Shrewsbury erlangen neuen Ruhm, da sie der kleine Darwin besonders gern sammelte.

Hotspots Downe, Shrewsbury und London

In Downe, südlich von London, wo der Wissenschafter Jahrzehnte lang lebte und Tierarten jeglicher Art studierte, wird das Haus der Darwins bis Februar aufwändig restauriert. Hier soll neben seinem Schaffen vor allem der Mensch Darwin gezeigt werden: Darwin der Vater von zehn Kindern, Darwin der Ehemann, Darwin der Hundebesitzer, Darwin, der Mann, der unter Seekrankheit litt. Freilich kommt auch die Erklärung der Evolution nicht zu kurz, und so ist allerlei ausgestopftes und getrocknetes Getier zu bewundern. Im Zuge des Darwin-Jahres hofft das Down House auch, bald als Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen zu werden.

In Shrewsbury in Westengland ist man noch nicht soweit: Dort ist das Haus "The Mount", in dem der Biologe am 12. Februar 1809 zur Welt kam, nicht zu besichtigen - eine Behörde ist darin untergebracht. Doch daran soll gearbeitet werden, schließlich will man sich auch hier mehr mit dem berühmten Sohn der Stadt schmücken. "Man brauchte wohl den 200. Geburtstag, um sich des Erbes bewusst zu werden", sagt Jon King, Direktor des Darwin-Festivals, das im kommenden Jahr Besucher mit Führungen, Festen und einer Darwin-Torte mit 200 Kerzen locken soll. Erst aber wird noch ein Spender gesucht: Noch fehlten eine Million Pfund (rund 1,1 Millionen Euro), sagte der Vorsitzende der Darwin Birthplace Society, Glen Lawes.

In London ruft das Natural History Museum mit einer großen Darwin-Ausstellung. In dem Naturkundemuseum stehen zwischen lebenden Fröschen und einem giftgrünen Leguan Schildkröten und das nachgebaute Schiff "HMS Beagle", mit dem Darwin einst in Richtung Südamerika in See stach. In kleinen Notizbüchern sind seine Aufzeichnungen zu sehen. Auch die Erstausgabe seines revolutionären Werkes "On The Origin of Species" ist hier neben Übersetzungen ins Japanische, Hebräische oder Arabische zu bestaunen. (APA/dpa/red)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Exponate der Ausstellung im Londoner Natural History Museum: Drei Spottdrosseln, die einst von Charles Darwin gesammelt wurden

Share if you care.