Eybl International ausgebremst

19. Dezember 2008, 16:18
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Der Kremser Automobil-Zulieferer muss in den Ausgleich, 600 Mitarbeiter wurden beim AMS zur Kündigung angemeldet

Wien - Nach dem Platzen von Übernahmegesprächen wird der Kremser Autozulieferer Eybl International Ausgleich beantragen und 600 österreichische Mitarbeiter beim AMS vorsorglich zur Kündigung anmelden. Das gab das börsenotierte Unternehmen am Freitag ad hoc bekannt. Eybl produziert in fünf Ländern und beschäftigt insgeamt 4.100 Mitarbeiter.

Eybl hatte noch vor der Verschärfung der aktuellen Autokrise, im vergangenen Juni, im Rahmen eines stillen Ausgleiches einen Schuldennachlass von seinen Gläubigern erreicht.

"Die zuletzt geführten Übernahmegespräche mit dem Autozuliefer-Unternehmen Prevent führten bislang zu keinem Ergebnis", meldet das Unternehmen nun. Die Liquiditätssituation bei Eybl habe sich zuletzt wegen der Wirtschaftskrise "massiv verschlechtert", weswegen der Ausgleich notwendig geworden sei.

Nach dem Weihnachtsurlaub soll das Geschäft weitergeführt werden, erklärte Vorstandschef Otto Zwanzigleitner. Man habe zuletzt das Geschäft ausweiten können, "diese Aufträge werden jedoch erst Ende 2009 bzw. 2010 schlagend und konnten daher die negativen Auswirkungen der aktuellen Krise der Automobilbranche noch nicht abfedern". Für die Zukunft sieht Zwanzigleitner die Firma "durchaus gut aufgestellt."

Schuld in der Vergangenheit

Die Ursache für die Insolvenz des Kremser Autozulieferers Eybl International sei weniger in der aktuellen Situation der Autoindustrie zu suchen als in der Vergangenheit des Unternehmens, verwies der niederösterreichische Wirtschaftslandesrat LHStv. Ernest Gabmann (VP) am Freitagnachmittag auf "massive Fehler des früheren Managements". Die neue Führung habe rasch erkannt, dass mit den Altlasten kein gewinnbringendes Wirtschaften möglich sei.

Auftragseinbrüche von 20 bis 25 Prozent von den Eybl-Kunden haben zur Insolvenz geführt, "uns fehlt das Cash", sagt hingegen Eybl International-Vorstandschef Otto Zwanzigleitner. "Wenn unsere Kunden so viel weniger Autos herstellen, spüren wir das unmittelbar in unserem Cash-Flow."

Weil mehreren potenziellen Investoren die Altverbindlichkeiten zu hoch gewesen seien, seien auch Übernahmegespräche gescheitert, so Gabmann. Das Land Niederösterreich sei dennoch überzeugt, dass "sowohl die Mitarbeiter als auch die Marke und die Technologie der Eybl International einen hohen Wert haben". Gabman: "Wir werden mit dem Masseverwalter in Verbindung treten, sobald dieser bestellt ist."

Ausgleich noch vor Weihnachten

Der Ausgleich soll beim Landesgericht Krems für die Eybl International AG, aber auch für die Tochter Eybl Austria beantragt werden. Er wird wahrscheinlich noch vor Weihnachten eingebracht. Dennoch glaubt Zwanzigleitner, dass die Chancen, nach den Produktionsstillständen über Weihnachten wieder arbeiten zu können, gut sind.

Welche Form des Ausgleiches es wird und wie viel Übergangsfinanzierung die Firma benötigt, konnte der Eybl-Manager am Nachmittag noch nicht sagen. (APA)

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