Google: Noch keine Entscheidung über Serverfarm in Oberösterreich

18. Dezember 2008, 13:08
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IT-Gigant will KMU ins Internet ziehen - Konzern ist weiter auf Sparkurs und will sich noch mehr auf Werbung konzentrieren

Österreichische Firmen vernachlässigen die Werbung im Internet, warnt der internationale Inernetgigant Google. Die heimische Wirtschaft investiere nur 2,6 Prozent ihres Werbebudgets in den klassischen Online-Bereich. Das entspreche nicht der Mediennutzung der Österreicher, bei der das Web einen Anteil von 17 Prozent einnehme, sagte Google-Manager Markus Kienberger am Donnerstag vor Journalisten. Durch das Internet weite sich der Markt für heimische Betriebe auf die ganze Welt aus, sagte Karl Pall, Chef von Google Österreich. Google, das zu 98 Prozent von Werbung lebe, biete mit "AdWords" auch KMU die Möglichkeit, potenzielle Kunden gezielt anzusprechen - gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.

"Warum sollte es zurückgehen? Weltweit ist die Realwirtschaft ja nicht zusammengebrochen"

Pall glaubt nicht, dass die Finanzkrise das Wachstum beim Suchmaschinenmarketing dämpfen wird. Bis September gebe es "überhaupt keine Indikatoren", dass sich der Aufwärtstrend der vergangenen Jahre einbremsen würde. Auch für das vierte Quartal ist Pall guter Dinge. "Warum sollte es zurückgehen? Weltweit ist die Realwirtschaft ja nicht zusammengebrochen", meinte der Google-Österreich-Boss im APA-Gespräch.

Ganz spurlos dürfte die Konjunkturflaute aber nicht an dem IT-Konzern vorbeigegangen sein. Google will mehrere erfolglose Online-Projekte stoppen, seine Mittel zurückhaltender einsetzen und sich vermehrt auf Werbung konzentrieren, wie Google-Chef Eric Schmidt Anfang Dezember sagte. Zudem will sich der Suchmaschinenspezialist laut "Wall Street Journal" (WSJ) vom Großteil seiner 10.000 Leiharbeiter trennen.

"Wenn wir Erfolg haben, haben ihn unsere Kunden auch."

"Natürlich stimmt es, dass wir in Zeiten wie diesen noch weiter auf Effizienz schauen", räumte Pall ein. Das gelte bei Mitarbeitern genauso wie bei Tools. Vom den rund 100 Google-Produkten würden die wenigstens kommerziell genutzt. Das soll sich aber ändern. "Wir werden verstärkt auf diese Schiene gehen", so Pall. "Wenn wir Erfolg haben, haben ihn unsere Kunden auch." Seit einige Wochen werden etwa auf Google Finanz-Anzeigen geschalten.

Jahre als Monate

Die Entscheidung, ob und wann mit dem Bau des in Oberösterreich geplanten Google-Rechenzentrums begonnen wird, sei noch nicht gefallen, so Pall. Bis zum Spatenstich dauere es "eher Jahre als Monate". Google hatte in Kronstorf (Bezirk Linz-Land) ein 75 Hektar großes Grundstück gekauft, auf dem eine Serverfarm entstehen könnte. Wie lange es noch dauert, bis die Google-Serverfarm im oberösterreichischen Kronstorf steht, ist laut Unternehmenssprecher Kay Oberbeck noch unklar, aber "von der Detailplanung bis zur Inbetriebnahme dauert es typischerweise zwei Jahre". Vorher müsse das 75 Hektar große, L-förmige Grundstück, infrastrukturell erschlossen werden. Der Straßenbau sei schon im Gange. Außerdem müsse ein kleiner Tunnel unter einen Feldweg verlegt werden.

Wann die Infrastruktur fertig ist, wisse Google noch nicht und sei auch nicht dafür zuständig. Nachher müsse der IT-Gigant eine Reihe von Untersuchungen wie Wasser- oder Bodenproben durchführen. Die Wasserversorgung- und Temperatur in dem Areal sei sehr wichtig, da ein Rechenzentrum viel Kühlung brauche. (APA9

 

 

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