Sicherheitschef soll kommunistischer Agent gewesen sein

1. Dezember 2008, 16:18
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Chef von Nationalem Sicherheitsamt bestritt bewusste Mitarbeit

Bratislava - Ausgerechnet der heutige Chef des Nationalen Sicherheitsamtes der Slowakei (NBU) soll nach einem Zeitungsbericht wissentlich als Agent für den kommunistischen Geheimdienst der einstigen Tschechoslowakei gearbeitet haben.

Die liberale slowakische Tageszeitung "Sme" beruft sich in ihrer Montagausgabe auf kommunistische Geheimdienstakten, die das staatliche Institut des nationalen Gedenkens (UPN) vor kurzem aus Prager Geheimdienstarchiven erhalten habe.

"Vertrauensleute"

Die Akten von Agenten müssen laut slowakischen Gesetzen auf schriftlichen Antrag für jedermann zugänglich gemacht werden. Aus diesen geht laut "Sme" hervor, dass Frantisek Blanarik in den 80er Jahren zumindest zwei Personen als weitere Auskunftsquellen (so genannte "Vertrauensleute") zugeteilt bekommen habe, von denen er Informationen über Dritte beschaffen sollte.

Bisher hatte Blanarik nicht ausgeschlossen, dass er selbst ohne sein Wissen als Informationsquelle des Geheimdienstes missbraucht worden sei. Eine bewusste Mitarbeit hatte er jedoch bisher bestritten.

Laut slowakischen Gesetzen dürfen Personen, die in der Vergangenheit wissentlich für den kommunistischen Geheimdienst tätig waren, keine Funktionen bekleiden, in denen sie mit Staatsgeheimnissen oder vertraulichen NATO-Informationen in Berührung kommen können. Zuständig für die Überprüfung der Vertrauenswürdigkeit ist in letzter Instanz das Nationale Sicherheitsamt NBU - dessen Chef Blanarik selbst ist. Seine positive Beurteilung durch das NBU hatte Blanarik allerdings bereits erhalten, bevor er selbst dessen Leitung übernahm. (APA/dpa)

 

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