Petrikovics legte "Geständnis" ab

30. November 2008, 17:23
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Die Constantia Privatbank hielt mehr Aktien der Immofinanz-Gruppe als zugegeben

Wien - Der Ex-Privatbanker und frühere Chef der Immofinanz-Gruppe, Karl Petrikovics, hat eingeräumt, dass die Constantia Privatbank (CPB) mehr Aktien der Immofinanz-Gruppe gehalten hat als bisher zugegeben. Dem Vernehmen nach hat er "die kurzfristige Überschreitung der Großveranlagungsgrenzen bei der Einvernahme eingestanden und damit die Verletzung des Bankwesengesetzes im Sinne der Anzeige der Finanzmarktaufsicht" zugegeben, schreibt das Wirtschaftsblatt. Demnach sollen "Investoren" in Sachen Immofinanz/Immoeast nur vorgeschoben worden sein, tatsächlich habe die CPB höhere Anteile gehalten. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Der Ex-Banker stand seit Wochen den Behörden Rede und Antwort - auf eigenen Wunsch. Laut Insidern, um dem Risiko einer möglichen Untersuchungshaft entgegenzuwirken. Denn neben dem Verdacht der Bilanzfälschung dreht sich der Strafakt 611St25/08x auch um den Verdacht des Betruges und der Untreue, wie der Standard bereits berichtete. Außerdem erfolgten am vergangenen Dienstag Hausdurchsuchungen in der CPB, der Immo-Gruppe und im Privathaus von Petrikovics.


Prüfbericht

Die Finanzmarktaufsicht (FMA) hat, wie berichtet, Mitte September bei der Staatsanwaltschaft Wien anhand eines Prüfberichts der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) angezeigt, "dass die Constantia Privatbank das Provisionsergebnis und das Jahresergebnis aufgrund der nicht periodengerechten ertragswirksamen Erfassung laufend geglättet hat, wobei die Jahresabschlüsse 2006 und 2007 keine getreue Abbildung des Vermögens und der Ertragslage wiedergeben".

Im Klartext: Verdacht der Bilanzfälschung. Es gilt auch hier die Unschuldsvermutung. Wie DER STANDARD in der Wochenendausgabe exklusiv berichtete, hat die Ibag (Immofinanz Beteiligungs AG), eine der beiden Drehscheiben-Gesellschaften, über die in der Causa Immofinanz Milliarden für und aus Aktiendeals geflossen sein dürften, eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft Wien eingebracht.

Die Organe der Ibag wehren sich gegen die Darstellung der Immo-east, selbiger aus einer Anleihe noch rund 500 Millionen Euro zu schulden; es habe gar nie eine Anleihe gegeben. Vorstand der Ibag war Notar Gerhard Pauser; im Aufsichtsrat sitzen Helmut Falschlehner, Christian Nowotny, Johann Bertl und Eduard Lechner. Die Ibag gehört nicht zur Immofinanz AG, sondern der Vaduzer Camilla Stiftung rund um Christine de Castelbajac. Ihr gehörte bis vor kurzem die CPB. (APA, cr, DER STANDARD, Printausgabe, 1.12.2008)

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