BayernLB wird internationales Geschäft reduzieren

29. November 2008, 14:36
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Einschnitte beim Personal - Größte Auslandstochter ist die österreichische Hypo Alpe Adria

München - Die schwer angeschlagene Bayerische Landesbank (BayernLB) wird ihr Geschäft massiv einschränken und Personal abbauen. Der bayerische Finanzminister und Verwaltungsratsvorsitzende Georg Fahrenschon (CSU) sagte am Samstag knapp vor der entscheidenden Sitzung des Kontrollgremiums in München, die Bank werde "ihr internationales Engagement in hohem Maße abbauen". Sie müsse sich künftig auf ihr "Kerngeschäft Mittelstand und das optimale Zusammenspiel mit den Sparkassen" konzentrieren. Es sei auch eine Auflage der EU, die Risikoaktiva zu verringern. Die BayernLB ist in Österreich Mehrheitseigentümerin der Hypo Alpe Adria Group.

Auf die Frage nach einem Stellenabbau sagte Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP): "Es wird sicher überall Einschnitte geben." Das gelte für die 5.000 Mitarbeiter in Deutschland wie für die 14.000 im Ausland.

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte am Freitag ein Rettungspaket mit einem Gesamtvolumen von 30 Milliarden Euro angekündigt. Wegen neuer Finanzmarktverluste und steigender Kreditrisiken braucht die BayernLB bis März eine Geldspritze von zehn Milliarden Euro. Mit weiteren 20 Milliarden sollen das deutsche Bundesland und der Bund für Kredite zwischen Banken bürgen und beim Ausfall fauler Immobilienpapiere geradestehen.

Wirtschaftsminister Zeil sagte: "Wir brauchen mehr Konzentration auf Bayern." Zum Kerngeschäft der Landesbank gehöre das Mittelstandsgeschäft im Freistaat und die Immobilienfinanzierung. Die Hypo Alpe Adria ist die größte Auslandstochter der BayernLB.

Landesbankchef Michael Kemmer wollte dem Verwaltungsrat am Samstag Vorschläge für das dringend notwendige neue Geschäftsmodell machen. Ergebnisse sollen aber erst am Montag auf einer Pressekonferenz vorgestellt werden, wie Fahrenschon betonte. (APA/AP)

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