"Wir Politiker sollten von der Geschichte lernen"

28. November 2008, 15:57
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Europarat regt Mitgliedsländer zu Debatte über Denkmäler des Totalitarismus an

Madrid - Der Europarat hat seine 47 Mitgliedsländer zu einer breit angelegten Debatte über die Denkmäler des Totalitarismus aufgefordert. Besonders in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion sollte eine derartige Diskussion helfen, eventuelle zwischenstaatliche Spannungen abzubauen, hieß es in einer Entschließung des ständigen Ausschusses der parlamentarischen Versammlung des Europarates von Freitag in Madrid.

"Wir Politiker sollten von der Geschichte lernen, nicht aber die Geschichte für unsere politischen Ziele einsetzen", sagte der liberale ungarische Berichterstatter der Versammlung, Mátyás Eörsi. Er forderte die mittel- und osteuropäischen Länder zu einer selbstkritischen Aufarbeitung der jüngsten Vergangenheit auf.

Beispiele

Als gute Beispiele für Vergangenheitsbewältigung nannte Eörsi Deutschland und Spanien. So habe die bayerische Landesregierung Hitlers Sommerresidenz "Adlernest" auf dem Obersalzberg erfolgreich von jeder Nazi-Symbolik befreit und mit einem Dokumentationszentrum zur Information beigetragen, hieß es in dem Bericht. Das spanische Parlament habe "beträchtlichen politischen Mut" bewiesen, als es 2006 zum Jahr der Gedenkens an die Geschichte ausrief und die Massenmorde des Franco-Regimes als Unrecht verurteilte. (APA/dpa)

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