Ärzten gelang erstmals Brustteilung

28. November 2008, 16:06
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München: Ungewöhnliche Methode ersparte Krebspatientin nach Amputation problematische Gewebeentnahme an anderer Stelle

München - Münchner Ärzte haben mit einer Brustteilung einer Krebspatientin nach der Amputation wieder zu einem vollständigen Busen verholfen. Sie hätten zum ersten Mal erfolgreich die verbliebene Brust geteilt und verpflanzt, wie das Klinikum der Universität München mitteilte.

Die vierstündige Operation, bei der die gesunde Brust halbiert und teilweise verpflanzt wurde, fand bereits am 20. November statt, wie der verantwortliche Oberarzt Darius Dian erklärte. Die 67-jährige Patientin sei mit den Ergebnissen sehr glücklich. Eine Brust hatte wegen eines Mammakarzinoms komplett entfernt werden müssen.

Gewebe aus der zweiten Brust

Normalerweise werde bei einer Rekonstruktion Gewebe aus dem Rücken oder dem Bauchraum entnommen, erklärte Dian. Dabei entstünden aber große Wunden und Behinderungen bis hin zu Bewegungseinschränkungen. Bei der Brustteilung nutze man dagegen das Gewebe aus der anderen Brust, die normalerweise ohnehin verkleinert werden müsse, wenn es sich um eine Patientin mit großen Brüsten handele.

"Früher hätten wir das weggeworfen", sagte Dian. Aber jetzt habe man dieses Gewebe hergenommen, das ja ohnehin da sei. Bisher habe diese Methode als problematisch gegolten, da Brustgewebe eine sehr spezielle Durchblutung habe. Ein anderer Versuch in Innsbruck sei beispielsweise gescheitert. Bei der jetzigen Operation hätten die Mediziner dann auch mit Ultraschall sehr genau darauf achten müssen, keine Gefäße zu zerstören, erklärte Dian. Das sei die entscheidende Schwierigkeit bei der neuen Methode.

Beliebig einsetzbar sei sie nicht, schränkte Dian ein. Eine Teilung sei nur sinnvoll, wenn die Patientin große Brüste habe. Aus einer kleinen zwei noch kleinere zu machen, bringe nichts. (APA/AP)

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    Bisher galt die Brustteilung als problematisch aufgrund der sehr speziellen Durchblutung des Gewebes

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