Feuer im Asylheim: Brandstiftung möglich

28. November 2008, 19:14
29 Postings

Klagenfurter Staatsanwalt hat vier Monate nach dem Ereignis "dringenden Verdacht"

Klagenfurt - Vier Monate, nachdem ein Flüchtlingsquartier in Klagenfurt völlig niedergebrannt ist und ein afrikanischer Bewohner starb, der in Panik aus dem Fenster sprang, hat die zuständige Staatsanwaltschaft aufgrund eines Sachverständigen-Gutachtens den "dringenden Verdacht", dass das Feuer gelegt worden ist. Mit ziemlicher Sicherheit sei auch ein Brandbeschleuniger verwendet worden, sagt der Leiter der Staatsanwaltschaft, Gottfried Kranzso. Nähere Hinweise auf Täter gibt es noch nicht.

Am 12. Juni 2008 hatte beißender Rauch im Stiegenhaus die großteils noch schlafenden Asylheim-Bewohner geweckt. In kürzester Zeit stand das Quartier, das von Afrikanern bewohnt wurde, in Flammen. In Panik versuchten viele Menschen, dem Brand über die Fenster zu entkommen.

Mit dem Kopf auf den Asphalt

Drei Personen wurden dabei schwer verletzt, 16 der 49 Heimbewohner erlitten Rauchgasvergiftungen. Ein Ghanaer sprang in Panik aus dem zweiten Stock in die Tiefe. Er prallte so unglücklich mit dem Kopf auf dem Asphalt auf, dass er wenig später im Krankenhaus verstarb.

Es habe eine Auseinandersetzung zwischen Flüchtlingen gegeben, im Zuge derer der Brand ausgelöst worden sei, hieß es zuerst vonseiten der Polizeiermittler. Brandstiftung wurde damals kategorisch ausgeschlossen. Später glaubte die Kriminalpolizei, in einer glosenden Zigarettenkippe die Brandursache gefunden zu haben. Damals warnte die Polizei im Vorfeld der Fußball-EURO 2008, für die Klagenfurt Austragungsort war, vor anreisenden Hooligans und Neonazis. (stein, DER STANDARD Printausgabe, 29./30.11.2008)

 

 

Share if you care.