Videoüberwachung in Wiener Taxis gescheitert

28. November 2008, 10:59
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Die im vergangenen Jahr genehmigte und umstrittene Überwachung von Taxis ist den Unternehmen offenbar zu teuer gekommen

Trotz einer neuerlichen Überfallsserie auf Taxifahrer steht die Videoüberwachung der Autos offenbar vor dem Aus. Die Überwachung sei den Taxiunternehmen mit 500 bis 600 Euro pro Überwachungssystem zu teuer, sagte Heinrich Frey, Chef der Taxi-Innung gegenüber ORF.at.

48 Stunden gespeichert

Erst im vergangenen Jahr war die Überwachung der Taxis von der Datenschutzkommission genehmigt worden. Die mit einer Überwachungskamera ausgestatteten Fahrzeuge müssen mit einem Aufkleber gekennzeichnet sein. Die Aufnahmen werden 48 Stunden gespeichert und danach gelöscht. Zugriff darauf hat nur die Polizei im Fall einer Straftat.

SMS-Info über aktuelle Gefahren

Die Sicherheit der Lenker will man wie bisher vor allem durch Schulungen und Zusammenarbeit mit der Polizei sicherstellen. Die Lenker werden zudem aufgefordert ihre Fahrtroute immer wieder für den Fahrgast hörbar der Zentrale durchzusagen. Zudem gebe es seit über einem Jahr das SMS Überfalls-Service, bei dem die Polizei Nachrichten über aktuelle Verbrechen wie Überfälle oder auch in Umlauf gebrachtes Falschgeld ausschickt.

Kritik an Überwachung im Taxigewerbe

Die Videoüberwachung war nicht unumstritten. So hatte Frey im vergangenen Jahr auch einen Big Brother Award dafür erhalten. " Für die Jury war das ein besonders krasses Beispiel, wie Schritt für Schritt die totale Überwachung in einem vordem doch sehr privaten Bereich eingeführt wird", hieß es damals in einer Aussendung. Die Veranstalter kritisieren die Taxiunternehmen jedoch auch für weitere Maßnahmen. So gebe es detaillierte Datensätze über jeden Fahrer, die GPS-Daten der Fahrzeuge würden dauerhaft gespeichert und mittels Infrarot-Sitzkontaktsystemen kontrolliere man die Fahrer auch physisch. (br)

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    Videoüberwachung in Wiener Taxis ist den Unternehmen zu teuer

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