Britischer Staat greift nach RBS

28. November 2008, 18:54
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Investoren wollen Bank Kapitalerhöhung nicht zeichnen

London - Die britische Regierung übernimmt nach einer gescheiterten Kapitalerhöhung nun fast 60 Prozent der Anteile an der Royal Bank of Scotland (RBS). Konkret übernimmt das Finanzministerium 57,9 Prozent der Aktien an der Großbank, nachdem Investoren bei der von der Regierung unterstützten Kapitalerhöhung lediglich 0,24 Prozent der angebotenen Anteilsscheine gekauft hätten. Das teilte RBS am Freitag mit.

Die Bank wollte sich wegen der Probleme infolge der Finanzkrise umgerechnet fast 25 Milliarden Euro mit einer Kapitalerhöhung am Markt besorgen. Die Regierung in London hatte Anfang November angekündigt, den Betrag notfalls vollständig zu übernehmen, falls sich keine anderen Investoren fänden. Zuvor hat die RBS bekanntgegeben, weltweit Jobs abzubauen. 3000 Stellen sollen gestrichen werden. Auch RBS-Chef Fred Goodwin musste seinen Sessel bereits räumen. Das Geschäftsmodell werde überprüft, um es an die Marktbedingungen anzupassen, heißt es.

Die RBS wurde bereits Mitte Oktober bereits teilverstaatlicht. Die Regierung hatte damals Aktien für fünf Milliarden Pfund (5,9 Mrd. Euro) gekauft und zugesagt, weitere 15 Milliarden Pfund zu investieren, falls sich keine anderen Investoren finden.

Im dritten Quartal hatte die Royal Bank of Scotland neue Belastungen durch faule Kredite in der Höhe von 206 Millionen Pfund bekanntgegeben. Im ersten Halbjahr hat die RBS bereits 5,9 Milliarden Pfund abschreiben müssen.

In Großbritannien wurden bereits mehrere Banken teilverstaatlicht: Bis zu 37 Milliarden Pfund hat die Regierung für Bankbeteiligungen bereits in die Hand genommen. Neben RBS ist der britische Staat auch größter Aktionär bei Lloyds und der Halifax Bank of Scotland (HBOS). Die Aktionen sind Teil der Regierungspläne eines Rekapitalisierungsplanes für angeschlagene britische Banken. (Reuters, dpa, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29./30.11.2008)

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