Develey saniert Wiener Senfwerk Mautner Markhof

26. November 2008, 18:44
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Das Rezept, um zu überleben: "Gutes Kostenmanagement und viel Fleiß."

Wien - Die in finanziellen Schwierigkeiten steckende Mautner Markhof AG hängt in der Luft. Ob Manfred und Theodor Mautner Markhof einen außergerichtlichen Ausgleich durchbringen, ist nach wie vor ungeklärt, derzeit wird mit den Banken neu verhandelt.

Unglücklich darüber, von Kunden und Lieferanten mit der maroden Gesellschaft in einen Topf geworfen zu werden, ist Michael Durach. Der Chef von Develey hat die Marke Mautner Markhof 2002 mitsamt ihrer Essig- und Senfproduktion in Wien gekauft. Nun müsse er seinen aufgebrachten Partnern versichern, dass die Familie Mautner Markhof mit seinem Unternehmen längst nichts mehr zu tun habe.

Der Bayer erzeugt in Simmering mit 130 Mitarbeitern Essig, Senf, Sirup, Kren, Feinkost und Ketchup - für McDonald's. "Wir haben aus einem Sanierungsfall einen mittelständischen Betrieb gemacht", sagt Durach dem Standard. Es habe damals bei Mautner-Markhof an allen Ecken und Enden gefehlt. "Das Unternehmen wurde heruntergewirtschaftet, das ging bis hin zu Fenstern, bei denen es hereinzog."

Develey habe daraufhin in Wien investiert, den Vertrieb neu aufgestellt und die Marke gestärkt. Mittlerweile mache die Mautner Markhof Feinkost GmbH Gewinn, wolle die Umsatzgrenze von 40 Mio. Euro knacken und auch künftig alle Arbeitsplätze erhalten. Große Sprünge seien in Zeiten wie diesen freilich nicht drin. Keiner könne von heute auf morgen ein Feinkostimperium mit 300 Mio. Euro Umsatz aufbauen, meint er in Anspielung auf den gescheiterten Plan der Familie Mautner Markhof, "schon gar nicht vom Schreibtisch aus".

Develey erzielt mit 1000 Mitarbeitern 200 Mio. Euro Umsatz. Der Markt sei hart, sagt Durach. Das Rezept, um zu überleben: "Gutes Kostenmanagement und viel Fleiß." (Verena Kainrath, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.11.2008)

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