Richter: Festnahme aus ethnischen Gründen illegal

25. November 2008, 22:16
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Ägypter unterhielten sich während Flug auf Arabisch und blickten auf die Uhr - Bloßer Terrorverdacht nicht ausreichend

New York - Die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Volksgruppe rechtfertigt nach dem Urteil eines US-Richters nicht automatisch einen Terrorverdacht. Der New Yorker Richter Frederic Block erklärte die zeitweilige Verhaftung zweier gebürtiger Ägypter am Kennedy-Flughafen deshalb für rechtswidrig. Bürgerrechtsgruppen begrüßten das Urteil am Dienstag. Die US-Regierung erwog indessen, in die Berufung zu gehen.

Die beiden US-Bürger ägyptischer Abstammung wurden am 22. August 2004 vier Stunden lang am größten New Yorker Flughafen festgehalten. Zwei Agenten der US-Terrorabwehr hatten mit ihnen im selben Flugzeug aus San Diego gesessen und die Männer als verdächtig eingestuft. So hätten sie Arabisch gesprochen, die Sitze gewechselt und immer wieder auf die Uhr geschaut. Vor dem Hintergrund der Anschläge vom 11. September 2001 sahen die Beamten eine Verhaftung der Männer deshalb als gerechtfertigt.

Nach ihrer Freilassung erhoben die Betroffenen Klage gegen die US-Regierung und bekamen jetzt von Richter Block Recht. Die reine Furcht vor einem möglichen Anschlag dürfe nicht zur Aushöhlung der Verfassung führen, lautete das Urteil. Denn diese besage, dass niemand ohne den begründeten Verdacht einer Straftat festgenommen werden dürfe. (APA/AP)

 

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