Hintergrund: Causa Clement kein Einzelfall

25. November 2008, 16:12
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Viele deutsche Politiker kehrten ihrer Partei den Rücken

Hamburg - Der frühere deutsche Wirtschaftsminister Wolfgang Clement ist nicht der einzige namhafte deutsche Politiker, der seiner Partei im Zorn den Rücken kehrte:

- Oswald Metzger: Der frühere Bundestagsabgeordnete verließ die Grünen Ende 2007, weil er deren Kurs in der Wirtschafts- und Sozialpolitik nicht mehr mittragen wollte. Er wurde Mitglied der CDU.

- Gabriele Pauli: Die Fürther Landrätin, eine Schlüsselfigur in der Führungskrise der CSU, trat im November 2007 aus. Mittlerweile zog sie für die Freien Wähler in den bayerischen Landtag ein.

- Oskar Lafontaine: Der frühere Parteivorsitzende verließ die SPD im Mai 2005. Heute ist er einer der Partei- und Fraktionschefs der Konkurrenzpartei Die Linke.

- Jürgen Möllemann: Nach seinem CDU-Austritt 1969 brachte er es als FDP-Mitglied zum Vizekanzler unter Helmut Kohl. Mit seinem Austritt aus der FDP 2003 kam er einem Ausschluss zuvor.

- Otto Schily: Der Mitbegründer der Grünen verließ die Partei 1989 wegen einer Schlappe bei den Wahlen zum Fraktionsvorstand und trat der SPD bei. Er war Innenminister von 1998 bis 2005.

- Günter Verheugen: Der heutige EU-Kommissar wechselte 1982 von der FDP zur SPD. Auch die FDP-Finanzexpertin Ingrid Matthäus-Maier, von 2006 bis April 2008 Vorstandssprecherin der Bankengruppe KfW, protestierte so gegen den Koalitionswechsel der Liberalen hin zur Union.

- Gustav Heinemann: Der frühere CDU-Innenminister wandte sich 1952 wegen der Wiederbewaffnungspläne von seiner Partei ab. Als Mitglied der SPD wurde er 1969 deutscher Bundespräsident. (APA/dpa)

 

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