Salzburg: Integration auf dem Arbeitsmarkt geht durch den Magen

24. November 2008, 21:21
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Kulinarium Salzburg startet mit neuem Catering-Betrieb in der Neuen Mitte Lehen

Salzburg - Speisen für Catering, Mittagstische und Pausenbuffets - mit diesem Angebot für Schulen, Firmen, Behörden und Private startet das Kulinarium Salzburg ab Dezember seinen Marktauftritt. Die vom Diakoniewerk betriebene Beschäftigungs- und Qualifizierungseinrichtung für Menschen mit Behinderung oder mit Lernschwierigkeiten ist die dritte dieser Art in Österreich. Das Diakoniewerk betreibt vergleichbare Einrichtungen bereits erfolgreich in Linz und in Kitzbühel.

Der neue Cateringbetrieb des Diakoniewerkes hat sich eine repräsentative Adresse ausgesucht. 530 Quadratmeter umfasst der Produktionsstandort in der Neuen Mitte Lehen, einem der architektonischen Vorzeigeprojekt der Landeshauptstadt. Entsprechend ambitioniert auch die Ziele: Kulinarium Salzburg will mit Produktqualität punkten. Die Kunden sollten "nicht aus Mitleid bestellen", so der Geschäftsführer des Diakonie-Zentrum Salzburg Michael König.

Die Erfahrungen in Kitzbühel und in Linz sind jedenfalls vielversprechend. In Linz, wo das Kulinarium bereits seit sieben Jahren am Markt ist, werde man zusätzlich zum bestehenden Betrieb demnächst die Kantine im Landesgericht übernehmen, berichtet Diakonievorstand Josef Scharinger.

Lehrvertrag

In Salzburg werden 17 Plätze für Menschen mit leichtem bis mittlerem Betreuungsbedarf geführt. Weitere fünf Arbeitsplätze dienen der Teilqualifizierung für den Regelarbeitsmarkt. Hier sollen Menschen, die am Ende der Pflichtschule sonderpädagogisch gefördert werden müssen oder keinen Hauptschulabschluss haben, einen Lehrvertrag bekommen.

Unterstützt werden die 22 Beschäftigten von drei Fachköchen und zwei pädagogischen Mitarbeitern. Neben der unmittelbaren Arbeitsintegration versteht man beim Diakoniewerk das Konzept auch als Mittel, um soziale Schranken zu überwinden. So sollen Behinderte auch bei Cateringaufträgen außerhalb des Kulinarium eingesetzt werden. Sie können so Zugang zu einer Welt erhalten, die ihnen unter anderen Voraussetzungen verschlossen bliebe.

Die für den laufenden Betrieb notwendigen 500.000 Euro jährlich werden laut König vom Land, dem Bundessozialamt, dem AMS und zu einem Drittel aus Eigenerlösen aufgebracht. Die Erstinvestition in der Höhe von 450.000 Euro stammt vom Diakoniewerk, von Spendern und Sponsoren. (Thomas Neuhold/DER STANDARD-Printausgabe, 25.11.2008)

  • Die Arbeit in der Küche des Kulinariums Salzburg ist ein Schritt aus der sozialen Isolation hin zu mehr Selbstbewusstsein.
    foto: diakoniewerk

    Die Arbeit in der Küche des Kulinariums Salzburg ist ein Schritt aus der sozialen Isolation hin zu mehr Selbstbewusstsein.

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