Journalisten klagen gegen Einreiseverbot in Gazastreifen

24. November 2008, 16:53
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Nach erfolglosem Schreiben an Premier Olmert

Jerusalem - Internationale Journalisten in Israel appellieren an den Obersten Gerichtshof des Landes, eine Entscheidung der israelischen Regierung, wonach die ausländischen Berichterstatter nicht in den abgeriegelten palästinensischen Gaza-Streifen gelangen dürfen, aufzuheben. Nachdem ein diesbezügliches Schreiben an den israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert am Donnerstag unbeantwortet geblieben war, hat der Verband der Auslandskorrespondenten ("Foreign Press Association") am Montag einen Antrag beim Höchstgericht in Jerusalem eingereicht. In dem Antrag wird um eine dringende Anhörung des Falles gebeten.

Seit 5. November dürfen in Israel akkreditierte Journalisten nicht mehr zur Berichterstattung über den Grenzübergang Erez in den Gaza-Streifen einreisen. Am Donnerstag hatten mehrere Herausgeber und Chefredakteure internationaler Medienorganisationen in einem Schreiben gegen das Einreiseverbot protestiert.

Wegen eines weitgehenden Stopps der Raketenangriffe aus dem von der radikalen Hamas kontrollierten Gaza-Streifen hat Israel nach dreiwöchiger Unterbrechung am Montag die Diesellieferungen in das Küstengebiet wieder aufgenommen. Außerdem ordnete die israelische Regierung die Öffnung der Grenzübergänge für Nahrungs- und Arzneimittellieferungen an. Seit Anfang des Monats hatte Israel die rund 1,5 Millionen Palästinenser im Gaza-Streifen praktisch vollständig von der Außenwelt abgeriegelt. Die israelische Armee tötete in den letzten drei Wochen bei Militäreinsätzen 17 Palästinenser, im israelischen Grenzgebiet schlugen mehr als 170 aus dem Gaza-Streifen abgefeuerte Raketen und Mörsergranaten ein. (APA/AP)

 

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