"Grün-Weiß klar beherrscht"

24. November 2008, 12:16
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Foda bemängelt nach 2:2 gegen Rapid Abschluss­schwäche - Pacult nicht unzufrieden aber dennoch hadernd - Rapid-Viertelstunde einmal mehr spielentscheidend

Graz - Die altbekannte Stärke von Rapid in den letzten 15 Minuten eines Spiels hat am Sonntag den Sprung von Sturm Graz an die Spitze der österreichischen Fußball-Bundesliga verhindert. Bis zur 76. Minute sahen die Steirer bei einem 2:0-Vorsprung vor eigenem Publikum wie der sichere Sieger aus, dann aber drehte der Meister auf und erkämpfte dank eines Doppelpacks des eingewechselten Erwin Hoffer (76., 87.) noch ein 2:2, womit die Grazer nach der 19. Runde als Tabellenzweiter einen Punkt hinter Salzburg und zwei Zähler vor den drittplatzierten Hütteldorfern liegen.

"Bis zur 70. Minute sensationell gut gespielt"

Sturm-Trainer Franco Foda sprach danach von zwei verlorenen Punkten, "weil wir bis zur 70. Minute sensationell gut gespielt und den Gegner unter Druck gesetzt haben. Da hätten wir schon 3:0 oder 4:0 führen müssen", erklärte der Deutsche. "Wir hätten schon früher den Sack zumachen müssen und haben leider die vorgefundenen Chancen nicht genützt, und Rapid hat eben aus der ersten Möglichkeit ein Tor gemacht."

Die späten Gegentreffer resultierten laut Foda aus Unkonzentriertheiten, davor habe man die Grün-Weißen mit Tempo-Fußball klar beherrscht. Diese Aussage wollte Rapid-Coach Peter Pacult nicht auf sich sitzen lassen. "Wenn er (Anm.: Foda) behauptet, dass uns Sturm 70 Minuten an die Wand gespielt hat, dann waren wir alle beim falschen Spiel. Wir hatten in der zweiten Hälfte mehr Ballbesitz", sagte der Wiener.

"Weitgehend ebenbürtiger Gegner"

Pacult sah seine Truppe als weitgehend ebenbürtigen Gegner. "Die Grazer hatten die gefährlicheren Situationen, ich würde aber nicht sagen, dass sie überlegener waren", meinte der 49-Jährige, der nach eigenen Angaben immer an einen Punktgewinn geglaubt hatte. "Wir haben ja auch schon in der ersten Hälfte die eine oder andere Möglichkeit gehabt." Im Finish wäre sogar noch ein Sieg möglich gewesen, betonte Pacult. "Aber ich bin nicht unzufrieden, auch wenn wir in den letzten drei Minuten noch zwei Chancen hatten."

Obwohl der Siegestreffer ausblieb, darf Pacult nach 19 von 36 Runden neuerlich auf eine positive Bilanz in der Rapid-Viertelstunde blicken. Durch die zwei Tore von Hoffer trafen die Hütteldorfer in dieser Saison schon elfmal in den abschließenden 15 Minuten, was einen Zuwachs von sechs Punkten (zweimal erkämpfte Rapid in der Schlussphase einen Sieg, zweimal ein Remis) bedeutete. Nur einmal - beim 3:3 in Kärnten nach 3:2-Führung bis zur 76. Minute - gingen Zähler verloren.

Schon im vergangenen Spieljahr erzielte der Meister in der Schluss-Viertelstunde 21 Tore und kassierte nur 7 Treffer. Dadurch blieb unter dem Strich ein Plus von sechs Punkten im Vergleich zu den Spielständen zu Beginn der letzten Viertelstunde - genau so hoch war am Ende auch der Vorsprung des Rekord-Champions auf Salzburg. (APA)

 

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