Damaskus will keine weiteren Atomkontrollen mehr zulassen

21. November 2008, 19:14
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Botschafter reagiert auf jüngsten IAEO-Bericht - "Wir betrachten diese Angelegenheit als erledigt"

Wien - Syrien wird der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO/IAEA) keine weiteren Inspektionen seiner Militäranlagen erlauben. Dies betonte der syrische Botschafter bei der IAEO, Ibrahim Othman, am Freitag vor Journalisten in Wien. Othman reagierte damit auf einen Report von IAEO-Generaldirektor Mohammed ElBaradei, in dem dieser die Untersuchung weiterer Militäranlagen durch Inspektoren der UN-Atombehörde gefordert hatte.

In dem Bericht war ElBaradei zu dem Schluss gekommen, dass es sich bei einem im September 2007 von Israel zerstörten Gebäudekomplex bei Al Kibar um den Rohbau eines Plutonium-Reaktors gehandelt haben könnte. Dazu sagte Othman nach einem Treffen von UNO-Diplomaten, es gebe für ihn nicht genügend Anhaltspunkte, die weitere Inspektionen erforderlich machten. "Wir betrachten diese Angelegenheit als erledigt", betonte der Diplomat.

Der IAEO-Gouverneursrat wird sich in der nächsten Woche (27./28. November) mit der Untersuchung des syrischen Militärgeländes befassen. Inspekteure hatten dort unter anderem Uranpartikel entdeckt, die nicht von Natururan stammten. Damaskus hat dazu erklärt, die Partikel könnten von israelischen Raketen stammen, die den Gebäudekomplex 2007 zerstörten. Israel und die USA haben Damaskus beschuldigt, bei Al Kibar einen Reaktor zur Herstellung von Plutonium gebaut zu haben. Der Bau wurde von israelischen Kampfjets völlig zerstört. (APA/dpa)

 

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