Nachlese: Frauenpolitische Forderungen an VerhandlerInnen

23. November 2008, 10:00
posten

Der Österreichische Frauenring hat einen Katalog für die Regierungs- verhandlerInnen zusammengestellt

Wien - Die Dachorganisation österreichischer Frauenvereine - der Österreichische Frauenring - wendete sich mit dringenden frauenpolitischen Forderungen an Nationalratspräsidentin Barbara Prammer und Staatssekretärin Christine Marek. Als dringend stufen die Mitglieder des Österreichischen Frauenrings ihre Forderungen nicht zuletzt in Hinblick auf den "Gender Gap Index 2008" des Weltwirtschaftsforums ein, der dieser Tage veröffentlicht wurde und aufzeigt hat, dass Österreich im Staatenvergleich nur auf Platz 27 gereiht wurde. Deshalb ersucht der Frauenring Frauenpolitikerinnen des Verhandlungsteams von SPÖ und ÖVP die Forderungen bei den Regierungsverhandlungen zu berücksichtigen.

Einige Forderungen

Gleichstellungspolitik- und Frauenpolitik wird in allen Politikbereichen gefordert, insbesondere soll es ein eigenständiges Ministerium mit mehr Kompetenzen und Ressourcen geben. In einem nationalen Aktionsplan soll beispielsweise auch zur Beseitigung von Geschlechterstereotypen und Sexismus (insbesondere in der Werbung) beigetragen werden.

Ökonomische Absicherung

In Hinblick auf eine bessere ökonomische Absicherung von Frauen werden vom Frauenring unter anderem Maßnahmen, die zur geschlechtergerechten Verteilung von unbezahlter Arbeit führen (z. B. Hausarbeit, Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger, Kindererziehung) verlangt, ebenso eine verpflichtende Transparenz von Einkommensstrukturen ab einer Mindestgröße von 10 ArbeitnehmerInnen.

Gegen Gewalt

Prävention gegen Frauenhandel soll durch eine Anhebung von arbeits- und sozialrechtlicher Standards für bislang unregulierte Arbeitsbereiche geleistet werden. Eine weitere Maßnahme gegen Gewalt soll auch eine Änderung der rechtlichen Rahmenbedingungen, die dafür verantwortlich sind, dass Migrantinnen schlechtere Möglichkeiten haben, Gewaltbeziehungen zu verlassen, erwirken. Auch eine umfassende rechtliche Absicherung von Frauen, die von Frauenhandel betroffen sind, sei dringend nötig.

Bildung

Im Bereich der Bildung wird eine konsequente und verpflichtende Aufnahme von Gender- und Menschenrechtsaspekten in allen Berufsausbildungen für nötig erachtet. Auch ist eine Verankerung der Genderthematik in allen Alterstufen eine der Forderung des Frauenrings.

Recht auf Familienplanung

Ebenso wird eine grundrechtliche Verankerung des Selbstbestimmungsrechts von Frauen vom Frauenring betont, sowie eine gesetzliche Verankerung von Schutzzonen vor Einrichtungen, die legale Schwangerschaftsabbrüche vor. (red)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die Forderungen vom Frauenring wurden direkt an Nationalratspräsidentin Barbara Prammer und ...

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Staatssekretärin Christine Marek gerichtet.

Share if you care.